FOO FIGHTERS
IN YOUR HONOR
Für den hart rockenden ersten Teil des neuen Foo Fighters-Doppelwhopper haben selbige vor allem breitbeinig-scheppernde Gute-Laune-Riffs mit Stadion-Appeal geschrieben, der zweite enthält hauptsächlich typische Neunziger-Grunge-Balladen - wer Innovation braucht, muss woanders suchen. Innerhalb dieses konventionellen Settings aber funktionieren beide Alben ganz vorzüglich. Nach dem ersten Durchlauf mag man Dave Grohls Ankündigung, die Rock-Songs seien 'das Härteste, was wir je aufgenommen haben' noch für Quatsch halten, weil eben doch wieder alles so klingt wie gehabt. Dann aber stellt man fest: Unter der Foo Fighters-typischen Pop-Politur brodelt's tatsächlich ganz gewaltig! 'In You Honor' - jener mit einem infernalischen Feedback-Lärm eingeläutete Auftakt, der für die Platte eine ebenso zentrale Bedeutung einnimmt wie seinerzeit 'All My Life' für 'One By One' - wird von den wuchtigsten Dampframmen-Riffs getragen, die von dieser Band bislang zu hören waren. Wie auch die folgenden neun nahezu unverschämt eingängigen Nummern ungebremste Leidenschaft und Spielfreude ausstrahlen. Bei der extrem sparsam instrumentalisierten Akustik-Platte dauert es etwas länger, aber auch hier sind keine echten Ausfälle zu beklagen. So trägt unter anderem die Bekanntschaft mit Josh Homme erneut erlesen Früchte ('Razor') und selbst die etwas cheesy daherkommende Bossanova-Ballade 'Virginia Moon' mit Norah Jones, an der sich wohl noch einige Gemüter erhitzen werden, verbreitet wohliges Flair.
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