AFI
DECEMBERUNDERGROUND
Nach unzähligen Jahren, in denen AFI eine ganze Reihe guter, aber nicht herausragender Horror-Punk-Platten veröffentlicht hatten, platzte 2003 plötzlich der Knoten - und 'Sing The Sorrow' machte aus dem bis dato nur im Untergrund bekannten Quartett eine Formation, die verdientermaßen auf einmal große Hallen füllte. 'Decemberunderground' wird diesen Triumphzug weiter fortsetzen, denn AFI sind tatsächlich noch besser geworden - diese Platte quillt förmlich über vor großartigen, düsteren Hymnen.
Fans der ersten Stunde werden eventuell meckern, dass AFI nochmals ein Stück poppiger geworden sind. Neben Songs wie dem aggressiven 'Caustic', wo genauso viel gebrüllt wie gesungen und der Hardcore-Punk zelebriert wird, stehen jetzt nämlich Titel wie 'Love Like Winter' oder 'Summer Shudder': Immens eingängig, melodisch und mit einer deutlichen Achtzigerjahre-Kante; Synthies ergänzen Daveys einmalige Stimme und lassen AFI fast schon zu den Depeche Mode des Punkrock werden. Nur prallt eben jeglicher Kritikversuch an der inhaltlichen Stärke von 'Decemberunderground' ab. Diese Scheibe vereint das Beste aus Punkrock, Goth und Pop - bessere Hymnen im Spannungsfeld aus Melodie, Melancholie und Wut wird man dieses Jahr kaum noch zu hören bekommen.
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