MANDO DIAO
ODE TO OCHRASY
Das ist - wo man ja immer sagt, Bands hätten heute zu wenig Zeit, ihren eigenen Stil zu finden - endlich mal wieder die klassische 'Entwicklung': In drei Alben von null auf hundert, langsam, aber nicht zu langsam - insgesamt gesund. Allerdings hatten Mando Diao natürlich auch vom Debüt an eine Menge Leute auf ihrer Seite. Wer jetzt schreit, dass zum Hype des letzten Albums 'Hurricane Bar' doch eigentlich gar keine Steigerung mehr möglich sei, der sollte sich 'Ode To Ochrasy' ruhig einmal in Ruhe anhören. Wenn überhaupt kann man den Rabauken aus der schwedischen Provinz nur eines vorwerfen: Die konsequente Weigerung, die Tatsache anzuerkennen, dass ihr Geburtsort nicht Austin, Texas, sondern eben, nun ja: Borlänge, Schweden ist. Und da gibt es nun einmal nicht so viele 'diner at the end of the road'. Ein fettes Lob hingegen für die Kompromisslosigkeit, mit der auch dieses dritte, unter erheblichem Erwartungsdruck stehende Langspieler-Projekt angegangen wird: Lärmig, rotzig, garagig - viva Rock'n'Roll! Der gestiegene Produktionsetat lässt sich allenfalls an den kammermusikalischen Intermezzi zwischen den 14 Tracks ablesen. Zwar waten selbige nach wie vor knietief im Sixties-Fahrwasser, im Unterschied zu früher biegt die Band aber auch gerne und häufig in psychedelisch verwinkelte Seitenstraßen abseits der steinernden, pilzübersäten Hauptstraßen ab. Und telefoniert dort mit Gott, der natürlich nichts als Lügen erzählt. Herrlich schwachsinnige Songtitel - 'Killer Kacynski', 'Tony Zoulias' -, überbordende Harmonien und ein euphorisches Aufbegehren, das einen über die Richtigkeit des eigenen Lebensentwurfs nachdenken lässt - Mando Diao, auch auf dem dritten Album immer eine Borlänge voraus (Dieses kleine Wortspiel wollten wir schon lange mal unterbringen).
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