- Text: Elisabeth Nagy & Patrick Heidmann
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KINO FÜR DIE OHREN
In Jarmusch-Filmen ist die Musik nicht nur Atmosphäre, sondern Nebendarsteller. 'Broken Flowers' (Decca) lebt vom trockenen und staubigen Jazz des Äthiopiers Mulatu Astatke und Sixties-mäßigen Songs von The Greenhornes und Holly Golightly. 'The Skeleton Key' (Varèse Sarabande/ Colosseum) verbindet Southern Blues-Tracks von Robert Johnson oder Blind Willie Johnson mit der Filmmusik von Ed Shearmur, die ebenso stark von Cajun beeinflusst ist. Eine gelungene Mischung, die mehr unter die Haut geht als der Film. Tief in die Seele afrikanischer Musik ist Niki Reiser für 'Die weiße Massai' (EMI) getaucht. Episch, sehr melodisch und mit schön eingebundenen Gesängen und verbindet zwei Welten. Eine sehr persönliche Auswahl an Songs hat Doris Dörrie für ihren Film 'Der Fischer und seine Frau' (Virgin/ EMI) getroffen. 20 stimmungsvoll-eklektische Songs von Hank Williams, Interpol, Trashmonkeys, Egoexpress u.a.
Ähnlich abwechslungsreich und gelungen ist die Mischung auf dem 'L.A. Crash'-Sampler (Superb/ Colosseum), mit Billy Idol, Stereophonics, Pale 3 feat. Beth Hirsch oder Randy Coleman. Die zugehörige Filmmusik von Mark Isham - auch überzeugend - ist auf einer zweiten CD erhältlich. Noch ein Doppelpack gibt's zur Flieger-Action 'Stealth'. Der trancige Score BT (Varèse Sarabande/ Colosseum) geht in Ordnung, aber die Song-Compilation (SonyBMG) erweist sich als überflüssig. Nichts gegen David Bowie oder Kasabian, aber die neuen Incubus-Songs sind bestenfalls zweite Wahl. Dann doch lieber 'The Emperor's Journey' (Universal), das Neueste von Frankreichs Elektro-Darling Emilie Simon. In 'Die Reise der Pinguine' nerven ihre zirkusmäßigen Spielereien zwar gehörig, aber auf CD hat die Sache gehörigen Charme. Genau übrigens wie die Euro-Mischung auf 'SommerHundeSöhne' (Normal/ Indigo), mit Benjamin Biolay, Camille oder Efrat Ben Zur. Auch hier: besser als der Film!
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