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  • Text: Elisabeth Nagy & Patrick Heidmann
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KINO FÜR DIE OHREN


"Hostel", der nächsten Monat blutig ins Kino kommt, ist als Horrorfilm längst nicht so komplex wie sein Score von Nathan Barr. Ein großes Orchester begleitet die Protagonisten und legt Zeugnis ab, dass es oft die subtile Musik ist, die fürs Schauern sorgt. Auch der vielbeschäftigte Alexandre Desplat hat für "Firewall" ein Orchester engagiert, um dem konventionellen Action-Thriller etwas Spannung einzuhauchen. Kollegin Anne Dudley entwirft in dem Mittelalter-Epos "Tristan & Isolde" (alle: Varèse Sarabande/Colosseum) einen romantisch angelegten Score, der über weite Strecken von keltischen Themen lebt. Allerdings fehlt dem Film (mehr dazu im nächsten Heft) der massentaugliche Song im Abspann. "Good Night, and Good Luck" (Verve/ Universal), selbst strukturiert wie ein Musikstück, versammelt dagegen zahlreiche Songs der wunderbaren Jazz-Sängerin Dianne Reeves, die in Clooneys Film auch zu sehen ist.
Rockig geht es dagegen auf dem Album zur neuen, sehenswerten ZDF-Serie "Veronica Mars" (Nettwerk) zu, auf dem The Dandy Warhols, Tegan & Sara oder die Stereophonics zu hören sind. Noch bunter ist die Mischung auf "Knallhart" (Domino), denn alles was im Kino zu hören ist, gibt's auch auf CD. Also: Stravinsky neben Beatsteaks neben Culcha Candela neben Beck etc. Große Klasse! Auf "Das Leben der Anderen" (Varèse Sarabande/Colosseum) sind dagegen alte Ost-Hits von Pankow, Silly, Karat u.a. zu hören, außerdem natürlich die schöne Filmmusik des großen Gabriel Yared. Und während man den Score von Dario Marianelli zu "V For Vendetta" (EMI) schnell vergessen hat, zeugen die drei Songs von Cat Power, Antony & The Johnsons und Julie London von Geschmack. Was über "Der Tiger und der Schnee" (SonyBMG) wohl nur echte Tom Waits-Fans sagen werden. Sein exklusiver, neuer Song "You Can Never Hold Back Spring" ist mäßig originell, die Filmmusik von Nicola Piovani gewohnt Benigni-esk.


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