KINO FÜR DIE OHREN
Für Sofia Coppola ist Musik stets Handlungsträger und Kommentator ihrer Filme. Den Historienfilm 'Marie Antoinette' (Verve/Universal) unterstützen eine Doppel-CD lang Bow Wow Wow, Radio Dept., New Order, The Strokes, Aphex Twin, Air und viele andere. Ein funkelnder Reigen von Pop- und Wave-Perlen, in dem ungewöhnlichen Ambiente reizvoll und zeitlos Trevor Rabin gibt mit einem großen Orchester dem engagierten Motivationsfilm 'Gridiron Gang' (Varèse Sarabande/Colosseum) zusätzlich Pathos, wobei Zwischentöne besser rüberkommen als im Kino. Noch viel mehr verhält es sich so mit 'All the King's Men' (Varèse Sarabande/Colosseum). James Horners orchestraler Score beleuchtet Höhen und Tiefen der Politikerkarriere und die Filmmusik entfaltet volle erzählerische Kraft.
Ebenfalls besser als der Film und angenehm jazzig ist Mark Ishams Score zu 'The Black Dahlia' (Silva/Edel), während die von David Arnold komponierte Musik zum neuen Bond 'Casino Royale' (SonyBMG) eine ziemliche Enttäuschung ist. Der ähnlich schwache Titelsong von Chris Cornell ist auf der CD übrigens nicht zu finden, wird aber auch nicht vermisst. Weniger wegen der kasachisch angehauchten Musik als wegen der Film-Outtakes und Dialogfetzen lohnt sich dagegen 'Borat' (Warner). Und auf 'Happy Feet' (Warner) begeistern nicht nur die US-Sprecher wie Brittany Murphy und Hugh Jackman mit ihrem Gesang, sondern auch neue Songs von Prince, Pink und Patti LaBelle, während 'Open Season' (Universal) nur etwas für Fans von Country-Rocker Paul Westerberg ist. Noch überzeugender, trotz altbekannter Klassiker, ist momentan nur die Mischung zu Scorseses 'The Departed' (Warner), mit den Rolling Stones, Van Morrison, Roger Waters, Dropkick Murphys und den Beach Boys.
ANZEIGE
City Light Thief, Love A
18.02.2012
FLUX Klub - LIVE: City Light Thief, Love A @ Magnet Club - Berlin
