- Text: Frank Thießies
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botanica
vs. the truth fish
Paul Wallfisch, Keyboarder der genialen Firewater, umtriebiger Vollblut-Boheme und hier zugleich auch Sänger, beschert uns das dritte Werk seiner Kapelle Botanica - und weiß erneut, mit einem absoluten Glanzstück des facettenreichen und atmosphärisch ambiguen Rock noir zu begeistern. Schwermütig und melancholisch, dann wieder rauschhaft aufbrausend und zudem mit erhabener melodischer Eleganz gesegnet, integrieren Botanica den Hörer in ihr Schattenspiel und entführen ihn in die musikalische Unterwelt, in der die Jalousien zugezogen, die Drinks immer schon fertig und der Rauch von Filterlosen in der unheilschwangeren Luft hängt. Knarzig und nonchalant gleiten Wallfischs Hände dabei mühelos über die desolate Emotionsklaviatur von Cohen bis Waits, während der Fuß zur Zigeuner-Zirkusorgel lustvoll mitwippt. Anspruchsvoll und gleichsam ansprechend unterhaltsam zu sein, das schaffen eben nur die wenigsten. Paul Wallfisch und Botanica gehören definitiv zu diesem erlesenen Kreis. Ihr vielleicht bestes und intensivstes Album - so weit.
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