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Bild: Slut

Slut
StillNo1


Wahrscheinlich wird "Still No1" jetzt das erste Slut-Album, das professionell mit Musik beschäftigte Menschen prätentiös und irgendwie doof finden. So wie das Indievollcheckerverdikt damals gebot, das in Wahrheit ganz und gar fantastische Manic Street Preachers-Zuckerwerk "This Is My Truth Tell Me Yours" doof zu finden. Weil wir Bands, die jeder gut finden kann, schon aus Prinzip gerne ablehnen wollen. Vielleicht kann man mit großer Geste wirklich nur schwer gehaltvolle Kunst vermitteln, aber ein so schwelgerisches, detailgenaues und stimmiges (Pop!-)Album haben zumindest Slut bislang noch nicht gemacht.
Auch wenn es wohl keiner mehr hören mag: Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, wie sehr diese Band von ihren Erfahrungen am Theater profitiert hat. Wie etwa "Odds And Ends" und "Better Living" mit großem Selbstverständnis ineinander zerfließen, das ist klar dramaturgisch gelernt. Nur "Failed On You" haben sie ein bisschen zu offensichtlich bei Sigur Rós "geborgt".
Wenn die Musik die Songs auf "StillNo1" vorgegeben hat, dann wurden die Themen von der Zeit diktiert: Ökonomiewahn, Übersättigung, Orientierungslosigkeit, Reizüberflutung, Moralverlust. Solche Dinge. Allerdings verweigern sich von zarter Sehnsucht und sanfter Melancholie umflorte Elegien wie "Ariel" Zynismen, vereinen Wehmut und Freude, Abschied und Aufbruch, Trauer und Hoffnung.


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Natürlich wissen Slut, dass manchmal nur trinken hilft. Insofern ist "Tomorrow Will Be Mine" auch kein Eskapismus, sondern vielmehr Selbstschutz. Um nicht verrückt zu werden. Mit "Say Yes To Everything" finden sie dann ein versöhnliches, Fab-Four-inspiriertes Finale mit großem Orchester. Schließlich der letzte Satz: "Thank you for passing us by". Wir haben zu danken.


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