- Text: Marcus Willfroth
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Vampire Weekend
Vampire Weekend
Auf Grund der letzten Jahre wissen wir: Fast jede mittelmäßige Gitarrencombo gilt mittlerweile als Next Big Thing. Eine bittere Entwicklung für all jene Combos, deren Potenzial tatsächlich Superlativen gerecht wird. Vampire Weekend, vier sympathische Tagträumer aus New York, spielen sich mit ihrem selbstbetitelten Debüt an die Spitze der "Liga der außergewöhnlichen Newcomer".
Was im Vorfeld nicht alles gemutmaßt wurde! Vampire Weekend seien die nächsten Franz Ferdinand, werden größer als die Libertines und stecken die Strokes locker in die Tasche. Heiß debattierten die User in den Internetforen, und so manch einer wird dieser Tage Lügen gestraft. Nicht, weil das Debüt der Band um Sänger Ezra Koenig keine große Nummer ist. Vielmehr klingt es so gar nicht nach handelsüblichem Indie-Rock! Stattdessen wird bewusst auf polyrhythmische Afrobeats, vertrackte New Wave-Tunes und zickig-zackige Gitarrenparts gesetzt. Ein Verständnis von Pop, das an die besten Momente der Talking Heads erinnert.
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Kennen gelernt haben sich die Schöpfer all dessen an der New Yorker Columbia University - zum ersten Mal getroffen in einem Literaturkurs vor gut drei Jahren. Kein Wunder also, weswegen jetzt Dharamsala, die Morgenröte in den Augen eines Lamas und nicht zuletzt ihrer ehemaliger Campus lyrisch thematisiert werden. Hoher Nerd-Faktor also? You bet, schließlich ist nicht selbstverständlich einem weltmusikalischen Ansatz nachzueifern, der zuletzt wohl nur Jazz-Musiker interessiert haben dürfte.
Doch genau das macht Vampire Weekend so außergewöhnlich: Es wirkt, als sei diese Band aus der Zeit gefallen, hinein in einen unbeschreibbar fulminanten Klangkosmos. Profaner: Hier stimmt einfach alles, man hört es in jeder Sekunde!
