- Text: Timo Richard
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Im Tourbus mit...
Vincent van Go Go
Miese Laune? Nicht mit Vincent Van Go Go! Johs, Sänger und Gitarrist der dänischen Soulmänner, macht zumindest nicht den Eindruck kurz vorm Tour-Kollaps zu stehen, als er mit uns über Nylon-Bettwäsche, miese Wegbeschreibungen und die heilende Kraft des Feuers spricht.
Wie bereitet ihr euch auf eine Tour vor?
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Gestern haben wir geprobt und dann Shawarma gegessen. Heute morgen sind wir dann losgefahren. Wir sind eben immer perfekt vorbereitet...
Wieviel Zeit braucht ihr, bis ihr einen Tourbus richtig vollgestunken habt?
Wir sitzen gerade seit zwei Stunden in diesem Bus hier und es riecht schon unglaublich nach allen menschlichen Ausdünstungen, die man sich so vorstellen kann. Und nach Schnaps und Nutten natürlich. Das schlimmste ist, dass in diesem Bus ein striktes Rauchverbot herrscht, deshalb riecht man es noch viel mehr.
Bei welcher Gelegenheit hättet ihr trotz des Gestanks lieber im Bus als im angebotenen Hotel geschlafen?
Dieses Hotel in Zürich war grausam. Man kam sich vor, als wäre man in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Bettwäsche war aus Nylon. Wenn man darin schläft, entlädt sich ständig statische Elektrizität und es wird nie richtig warm. Die Heizung war natürlich auch ausgefallen und am nächsten Morgen waren wir alle krank.
Seid ihr auch unter den extremen Umständen einer Tour noch reinliche Menschen?
Das ist sehr unterschiedlich. Unser Drummer Janus duscht ungefähr viermal täglich. Er hat vermutlich den längsten Bart der Welt und der ist sehr pflegebedürftig; wird leicht fettig. Unser Soundmann denkt allerdings, er sei ein selbstreinigender Soundmann, aber da irrt er sich.
Euer letztes Album habt ihr vor Publikum aufgenommen. Ladet ihr auch Gäste in den Bus ein?
Wir füllen den Bus immer bis zum Platzen mit Leuten, bevorzugt betrunkene Mädchen, die dann schreien, wo wir langfahren sollen. Man sieht eine Menge von der Welt, wenn man sich auf diese Wegbeschreibungen verlässt. Das ist ein besonderer Spaß für den Fahrer, weil der bei all dem Trara auch noch nüchtern ist.
Welche Risiken hat die Stelle als Fahrer noch?
Dass man verantwortlich für die Unfälle ist. Mir ist irgendwann der Motor wortwörtlich explodiert, als wir gerade sehr eilig zu einer Show gefahren sind. Wir haben den brennenden Bus dann in der Werkstatt stehen lassen, sind mit einem neuen weitergefahren und waren pünktlich beim Auftritt.
Wascht ihr eure Sachen, wenn ihr nach Hause kommt, oder schmeißt ihr einfach alles weg?
Ich verbrenne rituell meine Unterwäsche, wenn ich zurück bin. Man sollte da auf Nummer sicher gehen. Man nie weiß, welche bösen Geister man von einer Tour mitbringt.
