- Text: Phillip Kohl
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Rock‘n‘Roll Reiseführer
Mit Urlaub in Polen nach Köln
Wer erwartet, mit dem Duo Urlaub In Polen gehe es ins Tatra-Gebirge, wird enttäuscht sein. Philipp und Georg geben Survivaltipps für eine viel wüstere Gegend: Köln.
Welchen Club könnt ihr in Köln empfehlen?
Philipp: Das „African Drum“ am Ebertplatz. Eigentlich eine afrikanische Kneipe, wo man auch essen kann. Nach zwölf finden da aber manchmal technoide Parties statt. Also keine New-Rave-Veranstaltung, sondern ein eklektischer Mix.
Und wohin geht ihr auf Konzerte?
Philipp: In die Philharmonie (Bischofsgartenstr. 1). Die hat gegenüber anderen Locations den Vorteil, dass man sitzen kann und die Musiker zumeist ihre Instrumente beherrschen. Meistens höre ich mir da Klassik an, oder auch mal sowas wie Gershwin. Einmal im Jahr zu Karneval tritt da Helge Schneider auf.
Wo kauft ihr euer Equipment?
Auf jeden Fall nicht im Music Store (Große Budengasse 9-17), der inzwischen alle Konkurrenten platt gemacht hat. Der Service ist dort miserabel. Ein befreundeter Musiker hat es einmal geschafft, einen Koffer mit seinem kaputten Bass gegen einen wertvollen zu vertauschen und mitzunehmen. Da funktioniert sogar der Agentenkoffertrick! Ansonsten ist Schmitronic (Außemer Str. 10) ein toller Laden für vintage Studioequipment.
Wo ist der beste Plattenladen?
Georg: Ein super Laden ist in der Richard-Wagner-Straße (38), da steht schlicht „Platten An- und Verkauf“. Das ist in einem Hinterhof, ein Laden, in dem überall Kisten stehen. Der Verkäufer lebt darin, glaube ich.
Wo kauft man spät abends noch etwas zu trinken?
Philipp: Köln hat wohl weltweit die beste Spätkauf-Infrastruktur, wobei das ein Berliner Begriff ist, hier heißt das eher „Kiosk“ oder „Büdchen“. Da gibt es mitunter 24 Stunden Alkohol. Die Leute stehen eher vor den Kneipen mit Bier in der Hand, als drinnen zu trinken. Ein beliebter Spot ist sicher die Züricher/Ecke Kyffhäuser Straße, aber das empfehlen wir nicht. Und wo wir selber rumhängen, verraten wir nicht.
Georg: Stichwort Kanalisation...
Was ist eure Imbiss-Empfehlung?
Philipp: Köln hat die schlechteste Imbisskultur Deutschlands, das macht mich rasend. Auf Grund einer leichten Fettsucht komme ich an so etwas leider schwer vorbei. Aber für eine Currywurst muss man eigentlich ins Ruhrgebiet fahren. Die meisten Dönerbuden sind so schlecht, dass ich glaube, sie existieren nur zur Geldwäsche irgendwelcher Krimineller. Den einzig essbaren Döner gibt es am Barbarossaplatz, früher hieß er „Döner Castle“, jetzt „Chateau de Grill“ oder so...
Heimat: myspace.com/urlaubinpolen
Auch gut: „Liquid“ - das neue Album von Urlaub In Polen.
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