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Bild: Auf der Couch mit
  • Text: Frank Thießies
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Auf der Couch mit
Duff McKagan (Ex-G N’R/Velvet Revolver/Loaded)


Erinnert man sich an die „Use Your Illusion“-Welttournee und an Duffs erstes 93er Soloalbum „Belive In Me“, dann hat man einen aufgedunsenen, fertigen Mr. McKagan vor Augen. Doch das alles liegt in der Vergangenheit. Mittlerweile ist der Punk unter den Gunners als drahtiger und studierter BWLer nicht nur körperlich, sondern auch geistig voll auf der Höhe. Wie kommt’s?

Duff, du scheinst in den letzten Jahren dein Leben komplett umgekrempelt zu haben. Von destruktiver Resignation wie damals keine Spur, du wirkst ziemlich optimistisch.
Anfang dieses Jahrtausends hatte ich wahrscheinlich die härteste Zeit meines Lebens, es kam alles zusammen: Der 11. September, der Tod meiner Mutter, private Probleme. Ich bin zwar noch nie ein depressiver Mensch gewesen, aber in dieser Zeit war ich wohl am nächsten an einer totalen Niedergeschlagenheit dran. Meine Mutter war meine absolute Bezugsperson und sie zu verlieren war grausam. Ich habe dann angefangen, das was mich bewegt und in meinem Kopf vorging, in den Songs von unserem Loaded-Debüt „Dark Days“ zu kommunizieren. Insofern hat die Platte für mich ihren therapeutischen Zweck erfüllt.

Wie ging es dir damals körperlich?
Ich war voll auf Koks. Deshalb ist der Gesang auf dem Album auch so nasal. Aber Gesangsstunden habe ich bisher noch nie genommen. Vielleicht sollte ich mal damit anfangen, es ist nie zu spät, was Neues dazu zu lernen.

Du bist mittlerweile auch journalistisch tätig und schreibst für die Seattle Weekly und den Playboy eine Finanzkolumne. Ist Schreiben deine Therapie?
Als ich wieder auf die Uni gegangen bin, hatten wir in Englisch einen super Professor, dessen Fähigkeit, Worte zusammenzusetzen mich total fasziniert hat. Ich bin selbst auch eine totale Leseratte. All das kommt jetzt zum Vorschein. Ich kann jedem nur empfehlen, sich mal auf das Abenteuer eines drogenfreien Lebens einzulassen: man entdeckt Talente an sich, die man nie für möglich gehalten hätte.

Was ist deine finanzfachmännische Einschätzung zur akuten wirtschaftlichen Krise?
Das Problem ist, dass die Leute, die noch ein regelmäßiges Einkommen beziehen, derzeit alle lieber auf ihrem Geld sitzen bleiben, anstatt es auszugeben. Das hilft der Rezession nicht wirklich. Egal ob du in Seattle, Buenos Aires oder Berlin wohnst - du musst die Läden in deiner Gegend unterstützen. Geh‘ einmal die Woche Mittagessen. Kauft beim Händler um die Ecke und nicht dort, wo die Kohle direkt wieder nach China geht. Der Geldfluss darf im Kleinen nicht versiegen, dann ändert sich auch das große Gesamtbild wieder.

Fazit:
Anstatt weiterhin nur den Bass zu zupfen und Schnee zu schnupfen, hat Duff sein Post-GN’R-Leben in voller Kostenkontrolle und hat von seinem gewinnenden Wesen nicht viel eingebüsst. Von „Sick“ kann somit also gar nicht mehr die Rede sein. Verdammt slick. So und jetzt ab zum Gemüsehändler.

Text: Frank Thießies
Heimat: duff-loaded.com
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