- Text: Christine Stiller
-
Abtanz-Mixtape
Eight Legs
Acht Beine tanzen besser als zwei. Im Falle der Eight Legs trifft das schon deshalb nicht zu, weil Gitarrist Jack Wharton auf der Tanzfläche angeblich so talentfrei rumstakst wie Beth Ditto im Ballettsaal. Das macht aber nichts, schließlich haben wir es hier mit einem waschechten DJ, also einem Mann vom Fach zu tun. Er weiß, wie die Hüften rotieren.
Was ist dein Lieblingshit aus der Indie-Disko?
Bei „Slow Hands“ von Interpol stürme ich immer und überall die Tanzfläche. Ich tanze aber nur selten, wenn ich nüchtern bin. Mit Alkohol im Blut denke ich allerdings, ich sei der schärfste Tänzer im ganzen Club, ganz besonders, wenn Michael Jackson mit „Beat It“ oder „Billie Jean“ gespielt wird.
Welcher „Bad Taste“-Hit funktioniert im Club perfekt?
„Call The Shots“ von der englischen Pop-Band Girls Aloud wäre der Wahnsinn, wenn er von einer Indie-Kapelle gespielt werden würde. So ist er zwar ein bisschen kitschig und zu Pop-geglättet, aber auch einer der meistgespielten Hits auf meinem iPod.
Wozu kann man gut Arschwackeln?
Zu The Prodigy lässt es sich gut abwackeln – intensives Old-School-Dance-Zeugs. Von Rihanna funktionieren eigentlich alle Songs. Ich mag Rihanna, sie hat eine irre Stimme.
Welcher Song eignet sich, um ein Mädchen dazu zu bringen, Wange an Wange mit dir zu tanzen?
Ich bin kein Romantiker auf der Tanzfläche. „First Love“ von den Maccabees habe ich immer gehört, als ich meine Freundin kennen gelernt habe. Und der „Lovesong“ von The Cure ist auch gut geeignet, um ein Mädchen aufzufordern.
Was legst du auf, wenn du die Mädels auf die Tanzfläche holen willst?
Ich lege ja mit unserem Sänger Sam jeden Samstag im „On The Bus“ in London auf. Mit Mainstream-Pop von den Arctic Monkeys, The Rifles oder The Fratellis klappt’s immer.
Was legst du selbst gern auf, unabhängig vom Massengeschmack?
Ich spiele viel von befreundeten Bands oder höre darauf, welche Kapellen meine Kumpels neu ausgraben. Die Sängerin von Florence And The Machine hat eine Hammerstimme und ihr Album „Lungs“ wurde von James Ford produziert. Das wird sicher sehr, sehr groß. Die Single „Dog Days Are Over“ ist einer meiner Lieblingssongs. „Headlock“ von Esser ist auch super. Der Typ wird momentan gut in England abgefeiert.
Und deine Insider-Tipps?
Der ehemalige Gitarrist von Blondelle, Sam Stewart, lebt jetzt in L.A. und hat ein Soloprojekt, das ich sehr gut finde. Dann spielen wir gern eine befreundete Kapelle namens Right Turn Left und natürlich die Plastiscines, die Band meiner Freundin.
Was legst du auf, wenn du dich so richtig über die Tänzer im Saal lustig machen willst?
Das machen wir gern und es klappt am besten mit Oasis und „Don’t Look Back In Anger“ – dem bekanntesten Song in ganz England. Dazu kann man nicht wirklich tanzen, also recken alle die Hände in die Luft, umarmen ihren Nebenmann, grölen mit und sind auf einmal beste Freunde, egal ob 16 oder 82.
Text: Christine Stiller
Heimat: eightlegs.co.uk
Auch gut: „The Electric Kool-Aid Cuckoo Nest“ -
das neue Album der Eight Legs
ANZEIGE
