- Text: Florian Hayler
- Fotograf: The Blackout
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Mixtape
Heute mit: Sean Smith (THE BLACKOUT) & Tom Lacey (GHOST OF A THOUSAND)
Diesmal ernennen wir mit The Ghost Of A Thousand und The Blackout gleich zwei Bands zu den Mastern unseres ultimativen Punk- und Hardcore-Guides. Der Grund dafür ist simpel: Beide Bands hebeln derzeit heftig an der Tür zum Durchbruch, beide stammen uns dem vereinigten Königreich und beide haben ‘Epitaph Records‘ zu ihrem Heimathafen erkoren. Dass Blackout-Frontmann Sean Smith und Ghost Of A Thousand-Sänger Tom Lacey trotz aller Gemeinsamkeiten ganz unterschiedlich ticken, erfahrt ihr hier.
Tom, Sean, welche Songs gehören auf jedes Punkrock-Starter-Kit?
Sean: “Shape Of Punk To Come” von Refused, “Everything You Ever Wanted To Know About Silence” von Glassjaw und das erste Album von The Bronx.
Tom: Dem schließe ich mich an, würde aber noch Bad Religion und At The Drive-In mit ins Rennen schicken. Wenn das Starter-Kit Früchte getragen hat und aus den Kids eine Band wurde, stecke ich sie in einen Van und schicke sie im Zickzack durch die Lande. So lernen sie wenigstens, dass 20.000 MySpace-Freunde und eine gemeinsame Probe noch keine Band ausmachen, sondern dass man über Jahre hinweg wachsen muss, um irgendwann etwas zu reißen.
Seid ihr als Briten eher Anhänger „eurer“ Punk-Bands oder mögt ihr auch Sachen aus den Staaten?
Sean: Mir kommt es so vor, als wollten viele amerikanische Bands sehr britisch klingen und britische Bands gerne amerikanisch. Green Day zum Beispiel sind in meinen Augen sehr britisch geprägt, so etwas wie die US-Version der Buzzcocks – natürlich entsprechend fett produziert.
Tom: Deutschland hat mit den Beatsteaks eine der besten Bands vorzuweisen. Da ich mich aber entscheiden muss, bin ich natürlich patriotisch und entscheide mich für Punk aus dem UK. Bands wie die Gallows haben hierzulande definitiv etwas losgetreten.
Welcher Frontmann hat euch maßgeblich geprägt?
Sean: Dennis Lyxzén! Er hatte zu Refused-Zeiten alles, was ein Frontmann braucht: den Look, die Gesten, die Einstellung. Außerdem bin ich großer Fan von Mike Patton. Er war zwar nie in einer Punk- oder Hardcore-Band, hatte aber immer die entsprechende Attitüde.
Tom: Henry Rollins. Von Black Flag über Rollins Band bis hin zu seinen Filmrollen oder den Spoken Word-Auftritten ist an dem Mann alles genial. Beeindruckend ist auch Eugene Robinson von Oxbow. Er ist furchterregend und genial zugleich. Neulich bei einem Akustikset von Oxbow und Isis hat er sich bis auf die Unterwäsche ausgezogen.
In welchem Club habt ihr die besten Punk-Shows gesehen?
Sean: In Newport, Süd-Wales, gibt es einen Laden namens “TJs”. Der Legende nach hat dort Kurt Cobain seiner späteren Braut Courtney Love den Antrag gemacht. Hier haben auch sonst alle gespielt, die heute ganz oben mitkicken: Foo Fighters, Green Day und wir natürlich...
Tom: Bei uns in Brighton gibt’s den „Freebutt“, der fasst kaum mehr als 150 Leute. Jede Band aus Brighton, die irgendwann was zu melden haben will, muss einmal dort gespielt haben.
Wie sieht er aus, der ultimative Punk-Look?
Sean: Ich bin wahrscheinlich der mit Abstand schlechteste Mode-Ratgeber. Schau‘ mich doch an! Da passt nichts zusammen…
Tom: Mit einer schwarzen, engen Jeans und einem weißen T-Shirt machst du eigentlich nichts falsch. Keep it simple!
Ihr seid mit euren Bands bei ‘Epitaph’ unter Vertrag. Welchen anderen Künstler auf dem Label könnt ihr empfehlen?
Sean: Dutzende! Von Everytime I Die über Rancid, You Met At Six – auf deren nächster Platte ich einen Track mitsingen werde – bis zu Thursday und natürlich Converge.
Tom: Converge! Ich denke, der Schritt von ‘Equal Vision‘ zu ‘Epitaph‘ ist ihnen gut bekommen. Sie haben keinerlei Kompromisse gemacht und je mehr Leute die Band kennen lernen, desto besser.
Text: Florian Hayler
Heimat: myspace.com/theghostofathousand , myspace.com/theblackout
Auch gut: “The Best In Town” – das neue Album von The Blackout & “New Hopes, New Demonstrations” – das neue Album von Ghost Of A Thousand
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