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Bild: 924 Gilman
  • Text: Florian Hayler
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924 Gilman
Das CBGB’s der East Bay


Was das CBGB’s für New York, ist für die Punks der East Bay das „924 Gilman“, ein 1986 eröffneter, nicht-profitorientierter, von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführter „All Ages“-Club, in dem Alkohol, Drogen, Sexismus und Rassismus keine Chance haben. Dass man im „924 Gilman“ trotzdem Spaß haben kann, wissen Bands wie Green Day oder Rancid sehr genau. Für sie war und ist „Gilman“ nicht nur der örtliche Punk-Club, sondern - wie Billie Joe Armstrong es nennt - „Teil unserer DNA“.

Tim Armstrong (RANCID)
“’Gilman’ eröffnete am Silvesterabend 1986, und ich war da – genauso wie in den folgenden sieben Jahren an mindestens drei Tagen pro Woche. Ich glaube, ich habe dort bis Anfang der Neunziger jedes Konzert gesehen. Ohne ’Gilman’ hätte es meine Bands Operation Ivy und Rancid nie gegeben, denn wir konnten dort proben, live spielen und uns in aller Ruhe entwickeln. Die haben uns sogar die Miete für den Proberaum erlassen, weil wir dafür freiwillig die Klos putzten. Mein Bruder bucht heute die Bands für ’Gilman’, ich weiß also immer, was gerade los ist.“

Fat Mike (NOFX)
“Ich habe neulich Propagandhi im ’Gilman’ gesehen und wir haben mit NOFX oft dort gespielt, aber eine besondere Bedeutung hat der Laden für mich nicht. Ich meine, es ist ein Club für Kids. Man darf dort nicht trinken und keine Drogen nehmen, was für mich übersetzt so viel heißt wie: Hier kann ich keinen Spaß haben. Deshalb sind wir nach den Shows immer zurück nach San Francisco gefahren, um dort zu feiern.“

Jesse Michaels (Classics Of Love, Ex-Operation Ivy)
Operation Ivy um Sänger Jesse Michaels, Gitarrist Tim Armstrong, Bassist Matt Freeman und Schlagzeuger Dave Mellow waren Ende der Achtziger die mit Abstand angesagteste Band in und aus der Bay Area. Der Legende nach verschaffte sich Billie Joe Armstrong Zutritt für eine komplett ausverkaufte Operation Ivy-Show im „924 Gilman“, indem er Tim Armstrong zurief: „Hey Tim, I’m an Armstrong, too“. Der OpIvy-Gitarrist zog ihn daraufhin durchs Fenster in den Club. 1989 lösten sich Operation Ivy nach einer EP („Hectic“) und der bis heute als Blaupause des Ska-Punk geltenden LP „Energy“ auf. Armstrong und Freemann gründeten im Anschluss Rancid, Jesse Michaels später die Bands Big Rig, Common Rider oder jüngst die Classics Of Love, mit denen Jesse Ende Mai erstmals seit langer Zeit wieder im „924 Gilman“ auftrat und dabei auch den ein oder anderen OpIvy-Song zum Besten gab:
“Ich habe dem Laden einiges zu verdanken und deshalb war es cool, dort zu spielen und eine Menge Leute wiederzusehen. Ich habe zwar kaum jemanden erkannt, weil mein Gedächtnis so schlecht ist, aber es war trotzdem schön, euch zu treffen.“

Heimat Jesse Michaels/Classics Of Love: myspace.com/3591396
Heimat Gilman: 924gilman.org
Heimat NOFX: nofxofficialwebsite.com


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