- Text: Christine Stiller
- Fotograf: Sturrock
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Jack Peñate
Ein Gentleman verändert sich
’Everything Is New’ ist ein gewagtes Statement für ein zweites Album, aber Jack Peñate macht ja gerne mal auf dicke Hose. Nicht ganz unberechtigt übrigens.
Mit seinem Erstlingswerk ’Matinee’ eroberte er Mädchen- und Kritikerherzen gleichermaßen und seine Hitsingle ’Torn On The Platform’ wird heute immer noch in jeder Dorfdisko gespielt. Nachdem im Anschluss ans ’Matinee’ nun alle Biere getrunken und alle Schlüpfer wieder angezogen wurden, meint Mr. Peñate, dass er „auf dem neuen Album keine unrealistischen Schuljungen-Träume“ mehr besinge und „keine ausgedachten Situationen aufs Papier bringt“, sondern „dass diesmal wirklich alles passiert ist und man das an einzelnen Songs auch festmachen kann.“ Hört sich an, als ob da Herzen gebrochen und wieder zusammengeflickt wurden?! „Genau“, sagt Jack.
Das erklärt auch, wieso der ausgelassen-halsbrecherische Rockabilly-Sound des Erstlings nun für nachdenklichere Stücke Platz macht. Boy-Wonder Jack erklärt, dass sein „Sound immer noch extrem fröhlich und unbefangen“ sei, jedoch „mit durchaus melancholischen Untertönen“, versetzt. Denn eigentlich, sei er „ganz schön Emo, aber nicht so My Chemical Romance-Emo, eher so Bright Eyes-Emo.“ Apropos Emo: Nach ’When We Die’ von ’Matinee’ und ’Let’s All Die’ vom neuen Album fragt man sich als Fan zwangsläufig, ob der Londoner Troubadour eine gewisse Todessehnsucht verspürt. Aber Jack kann uns beruhigen, schließlich sei „alles nur der Carpe Diem-Gedanke. Man muss sich ständig daran erinnern, das Leben genießen zu wollen, denn ansonsten wäre das alles hier eine ganz schön düstere und quälende Erfahrung.“
Nicht zuletzt deshalb überlegt der 24-Jährige neuerdings auch, aus dem wahnsinnigen Moloch London in den noch wahnsinnigeren, jedoch sonnigen Moloch L.A. zu ziehen, einfach weil „da alle total durchgeknallt sind“. Da ein bisschen übergeschnappt sein nie schaden kann und Jack nach einer nahezu schlaflosen Nacht und einem James-Bond-Style-Martini diesen gewissen manischen Blick hat, bitten wir ihn, sein neues Album in nur sechs Worten zusammenzufassen. Nachdem er die paar Silben gefühlte zehn Minuten lang in seinem Köpfchen geordnet hat, sagt Jack trocken: „Ich bin stolz auf mein Album.“ Das kann er auch sein!
Text: Linda Aust Foto: Alex Sturrock
Heimat: jackpenate.com
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