- Text: Robert Goldbach
- Fotograf: Hamish Brown
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Future Of The Left
Suche: Aufmerksamkeit, biete: Schläge
An allzu viele Veränderungen mussten sich die McLusky-Fans nicht gewöhnen – sicher war es traurig, als die Band 2005 das Handtuch warf.
Doch die Trauer sollte verfliegen, als Sänger Andy „Falco“ Falkous und Drummer Jack Egglestone als Future Of The Left zurückkehrten. Bis zum Exzess verzerrte Bass-Sounds, verdroschene Drums, beißende Zwei-Minuten-Monster, der notorische Hang zur Schräglage in Text und Ton, diese Wut und Energie – alles noch da! Nachzuhören auch auf dem neuen Output ‘Travels With Myself And Another‘ – und zwar in Bestform. Der Frontmann war zu Recht stolz auf dieses Biest, das die Band in nur zehn Tagen auf Band gebracht hatte – wie beim Vorgänger ‘Curses‘ auch mit Unterstützung von The Automatic-Produzent Richard Jackson. Die Freude sollte nicht lange anhalten.
Am 22. April, nur drei Tage nach Abschluss des Masterings, reiste ‘Travels...‘ auch schon als Leak durch das Internet, verbreitete sich über Musikblogs, und bevor auch nur eine CD das Presswerk verlassen hatte, waren die neuen FOTL-Songs schon in aller Ohren. Zur Schadensbegrenzung konnte die Band nur noch Pre-Orders mit sofortiger Downloadmöglichkeit anbieten. In seinem MySpace-Blog äußerte sich der Sänger mehr als angepisst über die rücksichtslosen Klauer. Für einen Musiker, für den Integrität an erster Stelle steht, und der deswegen auch keinerlei Kompromisse eingeht, ist die Erkenntnis, dass Musik - in welcher Form auch immer - keinen realen Gegenwert zu Geld mehr darzustellen scheint, eine schmerzhafte. Auch wenn er sicherlich keine Ambitionen hat, der nächste Paul McCartney zu werden - die Arbeit, das Herzblut und der Aufwand, die er und seine Kollegen in Future Of The Left stecken, möchte er dann doch entlohnt wissen: „Was mich an der Geschichte am meisten aufgeregt hat, war eben nicht, dass uns Geld durch die Lappen geht. Das neue Album, für das wir uns monatelang aufgerieben haben, droht dadurch wieder so unter dem Aufmerksamkeitsradar durchzufliegen wie das letzte.“
Um das zu vermeiden, hätte er auch schon Ideen, wie er seine Aggressionen loswerden kann: „Wir, vor allem Kelson mit seinen Python-Armen, sind mehr als bereit, ein paar Indie-B-Promis zu vermöbeln, um der Band ein bisschen öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen“, scherzt er. Dank solcher Sprüche und seiner direkten, offenen Art hat sich der Waliser ein dezentes Aggro-Image angelacht, das auch seinem Publikum nicht verborgen blieb: Die Wortduelle zwischen Falco und Zwischenrufern aus dem Publikum waren schon zu McLusky-Zeiten legendär. Nur ein weitere Grund, sie live nicht zu verpassen.
Text: Robert Goldbach Heimat: futureoftheleft.com Foto: Hamish Brown
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