- Text: Florian Zühlke
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Alexisonfire
Neues aus dem Screamo-Nest
Mit vier Alben in acht Jahren sind Alexisonfire eine der dienstältesten Vögel im melodischen Hardcore. Nach gemeinsamen Touren mit Rise Against oder Billy Talent gehen die Kanadier mit ihrem neuen Album ’Old Crows, Young Cardinals’ erneut an die Grenzen eines Genres, das sie einst mitbegründeten.
Seit der Bandgründung ist selbstverständlich viel passiert, was auch dazu geführt hat, dass sich die Band ihr Debut heute nicht mehr ohne ein gelegentliches Schmunzeln anhören kann, wie Gitarrist Dallas Green erklärt: „Es ist schon komisch zurückzublicken, was man vor acht Jahren gemacht hat. Ich meine, wir waren damals völlig andere Menschen. Seitdem haben wir uns wirklich immer wieder verändert und sind mit jedem Album bessere Musiker, bessere Texter - eine bessere Band geworden.“ Eine Entwicklung, die man ja auch in den Titel des neuen Albums ’Old Crows, Young Cardinals’ hineinlesen kann, das sich, so Green, „textlich mit Gegensätzen aller Art auseinandersetzt: von den ungestümen Jung-Kardinälen zu den erfahrenen alten Krähen.“
Griesgrämig, grau und krächzig klingt die Platte auf keinen Fall. Aber es fällt doch auf, dass die elf Songs düsterer und langsamer aus den Boxen rollen als es noch beim Vorgänger ’Crisis’ der Fall war, der sich noch sehr an klassischen Screamo-Songstrukturen entlang bewegte. „Das neue Album ist finsterer und ich finde, es hat viel mehr Groove, obwohl das gar nicht unsere Absicht gewesen ist. Eigentlich haben wir nur drauf losgespielt.“ Eine Arbeitsweise, die sich für den Hörer auszahlt, denn mit ’Old Crows, Young Cardinals’ schafft es die Band, irgendwo zwischen ihren älteren Alben und düstererem Post-Hardcore wie Planes Mistaken For Stars neue Impulse ins abgestandene Screamo-Genre zu bringen.
Sicherlich zahlt sich auch die Gleichgültigkeit der Band gegenüber dieser Genreklassifizierung dabei aus. Auf ’Screamo’ angesprochen, geht Green nicht an die Decke sondern bleibt entspannt: „Weißt du, mir ist es egal, wie die Leute unseren Sound bezeichnen. Die Medien brauchen ja einen Begriff, um Musik zu beschreiben. Da ich Musik mache und nicht darüber rede, brauche ich mir um ihre Seite keine Gedanken zu machen. Es ist doch gut, wenn sich die Leute überhaupt für meine Band interessieren.“ Das werden sie auch weiterhin.
Text: Florian Zühlke
Heimat: theonlybandever.com
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