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Bild: The Airborne Toxic Event
  • Text: Fabian Soehtof
  • Fotograf: Erik Weiss
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The Airborne Toxic Event
Die Gypsy Kings des Indie-Rock


Trübsal adé: The Airborne Toxic Event zelebrieren das Leben und sich selbst. Zuhause machten sie sich damit bereits viele Freunde.

Aufstieg und Fall liegen in der Pop-Musik noch näher beieinander als im Leben. Im Falle des Aufstiegs der frischen und doch so lebenserfahrenen kalifornischen Indie-Rock-Band The Airborne Toxic Event bedingte das eine das andere: Der bandeigenen Legende nach passierte es innerhalb nur einer Woche, dass dem bis dato erfolgreichen Journalisten, Autoren und Essayisten Mikel Jollet die Freundin weglief, die Mutter starb und bei ihm eine Auto-immunerkrankung diagnostiziert wurde. „Fuck it“, soll er sich da gedacht haben, „wenn ich jetzt keine Band gründe, wann dann?“.

„Glaub mir, die Geschichte haben wir nicht erfunden“, sagt ein an Gelassenheit kaum zu übertreffender Mikel Jollet bei seinem ersten Glas Rotwein an einem Abend, den The Airbourne Toxic Event in eine ausgelassene WG-Party verwandeln. Ihr wie die Band und damit nach einer Passage aus Don DeLillos Roman ‘White Noise‘ benanntes Debüt ist zu diesem Zeitpunkt hierzulande noch nicht erschienen. Die von den Musikern auf die rund 150 Neugierigen überschwappende Stimmung aber lässt erahnen, warum The Airborne Toxic Event in den USA schon durchgestartet sind.

Nachdem Jollets Leben auf links gekrempelt wurde, versammelte er einen Haufen talentierter und quirliger Mitmusiker um sich und zimmerte ein Album, auf das die Pop-Welt nicht gewartet hat – und sich umso enthusiastischer zeigt. Die Single ‘Sometime Around Midnight‘ avanciert zum Dauergast in Late Night Shows, TATE werden in einer Tour mit Kollegen wie The Arcade Fire oder Modest Mouse verglichen und spielen ihre Songs live, akustisch und vor der Kamera fürs Internet ein. Location suchen. Spielen. Filmen. Weiterfahren. Wie Indie-Zigeuner.

„Ganz ehrlich? Außer einer Geigerin haben wir mit The Arcade Fire nichts gemein“, glaubt Jollet, während sich besagte Anna Bulbrook lächelnd auf der Couch lümmelt. Die Leute brauchen Schubladen und Vergleiche, das weiß Jollet als Journalist und als Musikfan, der er immer noch ist. „Ich bin mit 34 Jahren der alte Sack der Band“, gibt er zu und zupft sich seinen schicken Zweiteiler zurecht: „Aber gerade neulich wieder lief ich nachts um vier mit Regenschirm und Rotwein durch die Straßen, irgendwo auf Tour, und habe mich meines Lebens gefreut!“ Zumindest den Teil mit dem Alkohol hört Jollets Arzt gar nicht gern. Wohl aber: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“

Text: Fabian Soethof Foto: Erik Weiss
Heimat: theairbornetoxicevent.com


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