- Text: Caroline Frey
- Fotograf: Erik Weiss
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Auf der Couch mit
The BossHoss
The BossHoss haben ein Problem - ein kleines zwar, aber eins, das nerven kann und das auch Sean Connery, Luise Marjan und Tom Sellek haben: Das einst erfolgbringende Image ist ganz schön schwer wieder loszuwerden.
Nachdem das eigentlich als Spaßprojekt von Sascha und Alec ins Leben gerufene erste Album „Internashville Urban Hymnes“ (mit Country-Covern von allerlei Hits) zu einem gigantischen Überraschungserfolg wurde, versuchte man schon mit Platte Nummer Zwei, den Hörer behutsam aber bestimmt an die Hand zu nehmen und ihm zu zeigen, dass die Vollblutmusiker es sehr wohl auch alleine können und vor allen Dingen auch wollen. Die Coverversionen wurden von Album zu Album weniger, so dass es nicht wirklich verwundert, dass auf dem aktuellen Album „Do Or Die“ nur noch drei zu finden und die Originale meilenweit weg von irgendwelchen Chart-Hits sind. Das Dumme aber ist, auch wenn die wahren Fans das schon lange gemerkt haben, der Rest macht immer noch gerne die Cowboy-Schublade auf und dann ganz schnell wieder zu. Dabei würden sich die Jungs echt freuen, wenn nicht nur die Fans, sondern auch der Rest der Welt etwas genauer hinhören würde. Wir baten also nicht nur Boss Burns, sondern auch sein Alter Ego (oder war es umgekehrt?) Alec auf unsere Couch, um uns das Phänomen mal genauer anzugucken.
Musikalisch seid ihr mit „Do Or Die“ mitten im Rock’n’Roll angekommen...
Auf jeden Fall. Am Anfang sind wir als die Country-Band, die lustige Cover macht, wahrgenommen worden, in den letzten vier Jahren haben wir unseren eigenen Sound gefunden und unsere Rock’n’Roll-Wurzeln, die wir ja im Herzen tragen, sind immer mehr zum Vorschein kommen. Inzwischen ist es eine gute Mischung aus Rock’n’Roll, Country, Sixties und Rockabilly - also den Einflüssen, die uns auch am stärksten geprägt haben. Wichtig ist uns, dass wir nicht mehr davon abhängig sind, ob wir eine gute Idee für eine Coverversion haben.
Glaubst du, dass ein Konzert möglich wäre, in dem ihr nicht eine Coverversion spielt?
Für unsere Hardcore-Fans wäre das kein Thema, aber für den Rest würde es vermutlich nicht funktionieren. Es gibt schon auch Leute im Publikum, die genau das wollen. Die stecken ja auch nicht so tief drin wie wir, die wir das seit fünf Jahren tagtäglich machen, sondern die sehen vielleicht einmal im Jahr ein Konzert. Das ist auch völlig in Ordnung, es macht uns ja auch Spaß und es darf auch gerne ein Teil von uns bleiben, wir möchten nur nicht mehr komplett darauf reduziert werden.
Gab es Situationen, in denen ihr euch eurem Image beugen musstet, wo die Erwartungen von außen Entscheidungen gefordert haben, auf die ihr eingegangen seid - auch ohne vollends dahinter zu stehen?
Es gab ein paar Fernseh-Auftritte, die vielleicht nur so semicool waren. Du kommst da an und das erste, was du hörst ist: „Da hinten steht der Wagen, wir fah-ren jetzt zum Pferdehof“. Du versuchst das zwar mit Humor zu nehmen, denkst dir aber: Verdammt noch mal, wir sind doch eine Rock’n’Roll-Band! Nur weil wir Hüte aufhaben, heißt das doch nicht, dass wir den ganzen Tag an Pferden rumspielen. Oder du kommst zum Radio und die Einspieler mit Pferdegetrappel und Peitschenknall sind schon fertig und alle sagen ständig Yeeeaahhh, Yippieh und Howdy. Irgendwann denkst du echt, die sind alle irre, obwohl sie es natürlich eigentlich gut meinen. Inzwischen können wir das aber ganz gut in unsere Richtung drehen.
Gab es mal den Gedanken, die Hüte wegzulassen, also die Entwicklung zur Eigenständigkeit auch optisch zu unterstreichen?
Das nicht. Damit fühlen wir uns wohl, mit unserer Identität und unserem Image haben wir in der Beziehung gar kein Problem. Im Gegenteil, ich finde das als Alleinstellungsmerkmal gut, so ähnlich wie bei den Hives, die ja auch nicht im Schlabberlook auf die Bühne kommen würden. Das ist schon unser Ding und das darf es auch bleiben.
Text: Caroline Frey Foto: Erik Weiss
Heimat: thebosshoss.com
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