- Text: Christine Stiller
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Jennifer Rostock
Lights, Camera, Action!
Liebe und Hass sind so dicke wie Batman und Robin. Davon können auch Jennifer Rostock ein Liedchen singen. In den vergangenen zwölf Monaten spielten sich Jennifer Weist und Joe Walter gemeinsam mit ihren drei Musketieren und dem Debüt ‘Ins Offene Messer‘ entweder in flammenden Herzen oder ins Würgreflexzentrum ihrer Peergroup. Doch wie uns fast jeder Hollywood-Blockbuster lehrt: Ohne Antihelden keine Helden. Und umgekehrt. Vorhang auf für „Der Film“!
„Kino ist die Verbesserung des Lebens“, wusste schon der französische Regisseur François Truffaut. Auch Jennifer Rostock glauben offensichtlich an die Wahrheit dieser Worte. Zumindest tauften die fünf Wahl-Berliner ihr neues Opus entsprechend auf den Namen „Der Film“. Ihre berufsbedingte Angewohnheit, die Realität zu dramatisieren, teilen Frontfrau Jennifer, Keyboarder Joe, Gitarrist Alex, Bassist Christoph und Schlagzeuger Baku nicht nur mit anderen Künstlern, auch wir finden, dass man sich dieser Band am besten aus der Hitchcock-Perspektive nähert. Spannung, Skandale, beknackte Kostüme - Jennifer Rostock: „Der Film“ - wir haben ihnen ein Drehbuch geschrieben.
+++ Aufblende +++ Innen - Ein Büro +++ Früher Morgen +++
Ein hoffnungslos unaufgeräumter Schreibtisch nimmt fast die gesamte Fensterseite des verrauchten Büros ein. Daneben ein ramponierter Aktenschrank und ein schäbiger Sessel mit einem niedrigen Beistelltischchen. Durch die halb heruntergelassenen Jalousien bricht das trübe Morgenlicht und schneidet die Luft in Streifen. Hinter dem Schreibtisch sitzt Detektiv Storock, den Hut ins Gesicht gezogen, eine bis auf den Filter heruntergebrannte Zigarettenkippe in der Hand, und döst. Plötzlich schrillt das Telefon. Storock schreckt hoch, eine Hand schnellt an den Revolver, der in einem Schulterholster an seiner Seite baumelt, mit der anderen versucht Storock das Telefon abzuheben. Nachdem er zuerst in einen übervollen Aschenbecher gegriffen und dann eine leere Whisky-Flasche vom Tisch gestoßen hat, reißt er fluchend den Hörer von der Gabel.
Storock (in den Telefonhörer): Hallo?
Stimme (hysterisch): Sie sind verschwunden!
Storock legt langsam auf, zündet sich eine Zigarette an, streift den Trenchcoat über und verlässt das Büro.
Storock (voice over): Wie ich in dieser Nacht wieder in mein Büro geraten bin, will mir mein schmerzender Kopf einfach nicht verraten. Die Ereignisse der letzten Stunden sind in einem Nebel abgeraucht. Klar ist nur, dass der morgendliche Anruf nichts als Ärger bedeutet.
+++ Innen +++ Das Hinterzimmer eines Nachtclubs +++ Tag
Detektiv Storock betritt das Zimmer durch eine gepolsterte Tür. Kurz dringt Lärm aus dem dahinter liegenden Nachtclub ins Büro, als Storock die Tür schließt, herrscht Totenstille. Links befindet sich ein Wandschrank, der eine ähnliche schallisolierende Polsterung aufweist wie die Eingangstür. Rechts steht ein Aquarium mit tropischen Fischen. Vor einem kleinen Tisch voller Spirituosen posiert Joe, der zwielichtige Clubbesitzer, schüttet sich langsam einen Drink hinter und zieht an einer Zigarettenspitze. Ein heimtückisches Lächeln huscht über sein Gesicht, als Storock einen Schritt näher tritt.
Joe: Sie haben sich Zeit gelassen. Wie war noch mal Ihr Name? Es ist schlimm, ich habe weder ein Namensgedächtnis noch eins für Gesichter. Wenn ich mich Leuten vorstelle, sagen die immer „Ja, ich weiß“... (kichert hysterisch) Wie trinken Sie ihren Whisky? Mit Eis? Mit Wasser?
Storock: Nur Whisky. Allerdings bin ich nicht hergekommen, um mit dir einen zu heben.
Joe (maniriert): Sie sind wohl von der schnellen Sorte... (drückt hektisch seine Zigarette in einem Kristall-Aschenbecher aus)
Storock (voice over): Joe ist Besitzer eines illegalen Casinos in der Erkstraße. Einer der großen Fische im verpesteten Teich dieser gottverdammten Stadt. Aber auch große Fische gehen manchmal unter. Joe hat Probleme, mit denen er sich nicht an die Polizei wenden kann. Probleme, die nur ein Schnüffler wie ich für ihn lösen kann. Seine Hausband Jennifer Rostock ist spurlos verschwunden. Sie ist die Lebensversicherung für seinen Laden, macht Abend für Abend die Bude voll, animiert die Leute zum Saufen und Zocken. Sogar die leichten Mädchen, die für Joe arbeiten, fahren bessere Umsätze, wenn Jennifer Rostock auftreten.
Joe setzt sich umständlich auf eine dünnbeinige Chaiselounge und nippt nervös an seinem Drink, nur um ihn danach in einem Zug hinunter zu stürzen. Storock zieht ein schäbiges Notizbuch und einen Kugelschreiber aus der Innentasche seines Trenchcoats und baut sich gegenüber auf.
Storock: Wer könnte deiner Band an die Wäsche wollen?
Joe: An die Wäsche wollen denen viele. Das hat natürlich mit der Sängerin Jennifer zu tun. Der Pöbel kann sich da oft nicht zurückhalten. Die rufen bei Konzerten dann „Ausziehen!“ (lacht laut auf) Ich weiß auch nicht, was die Leute sich dabei denken. Ob sie glauben, dass sie damit was Neues erfunden haben oder hoffen, dass sich die Dame tatsächlich auszieht?! Das sind halt Bauern. (rollt mit den Augen)
Storock: Gab es irgendwelche besonderen Zwischenfälle in letzter Zeit? Hysterische Fans? Eifersuchtsdramen? Wollen die Eltern deine Schäfchen vielleicht wieder von der Straße holen?
Joe (zündet sich mit spitzen Fingern die nächste Zigarette an): Ich glaube, Christophs Mutter hätte es gerne gesehen, wenn er erst sein Studium abgeschlossen hätte. Aber ihn deshalb gleich entführen lassen? Nein, da ist wohl mittlerweile alles in trockenen Tüchern (er pustet kleine Rauchringe aus und piekst mit spitzem Finger hinein). Baku hat mal gesagt, seine Mutti finde die Jennifer pfiffig. Und untereinander ist da auch wenig Spannung. Joe und Jennifer schreiben die Lieder gemeinsam und haben eigentlich nie von Neid oder Eifersucht berichtet.
Storock: Klingt alles so undramatisch... neigen so Künstlertypen nicht eher zum Gefühlsausbruch?
Joe (lacht erneut hysterisch): Dafür bin wohl eher ich der Richtige. Manchmal steigert man sich doch auch in kleine Gefühle rein, die dann plötzlich immens werden.
Storock: Was meinst du mit Reinsteigern?
Joe: ...eine Sehnsucht, die man nicht beschreiben kann. (nestelt nervös an seiner Federboa herum) Etwa dann, wenn man jemanden attraktiv findet und der erwidert das nicht. Man überhöht diese Gefühle dann, so dass man den Betreffenden noch viel besser findet als er eigentlich ist.
Während Storock noch in sein Notizbuch kritzelt, gießt sich Joe fahrig den nächsten Drink ein.
Joe (eher zu sich selbst als zu Storock): Das letzte Mal, als ich so viel getrunken habe, hat mir die Band erzählt, ich hätte nachts noch in den Papierkorb gereihert...
+++ Innen +++ Irgendwo in der Berliner Unterwelt +++ Nacht
Storock (auf dem Weg zur Tür): Ich gehe mal ein paar russische Eier umdrehen...
Eine rostige Stahltür führt an der goldverzierten Theke und einer Armee aus senffarbenen Samtsofas vorbei ins Hinterzimmer der Russendisko. Gangsterboss Ivan sitzt mit übereinander geschlagenen Beinen in einem weißen Lehnstuhl und zieht genüsslich an einer Zigarre. Das überhebliche Grinsen scheint dem glattpolierten Ganoven in die Mundwinkel gemeißelt zu sein und verschwindet auch nicht, als er Storock erblickt.
Storock (voice over): Es hat mich einige Mühe gekostet, hierher zu kommen. Ich musste meine Kontakte spielen lassen. Der Typ ist kein kleiner Fisch. Der hält sich nicht selbst mit der Drecksarbeit und billigen Kaufhauskrawatten auf. Typen wie der machen mich aggressiv. Aber er kennt die Band sehr gut. Bevor sie zu Joe übergelaufen sind, haben sie jeden Abend in seinem Nachtclub gespielt. Also ran an die Made...
Storock: Ich nehme an, Sie wissen, dass die Haus- und Hof-Band ihres größten Konkurrenten vermisst wird?!
Ivan: Ich habe davon gehört...
Storock: Was wissen sie über die Kapelle? (Ivan grinst wissend und lässt eine lange - eine sehr lange Kunstpause)
Ivan: Die gibt es seit 2007. Die haben nach und nach zueinander gefunden. Jennifer und Joe waren schon zehn Jahre ein Team, kommen ja beide aus… irgendwo bei Rostock. Dann haben sie nach ihrem Umzug nach Berlin im Tonstudio gearbeitet und Baku, Alex und Christoph kennen gelernt. Die waren schon in anderen Bands und - (zieht an seiner Zigarre) wie war noch mal die Frage?
Storock: Dann haben Sie sie unter ihre Fittiche genommen...
Ivan: Stimmt...
Storock: Und dann ist die Kapelle zu ihrem ärgsten Feind übergelaufen... Wie ärgerlich!
Ivan: Ja, sehr ärgerlich...
Storock: Fragen wir mal so: Könnte es sein, dass die Combo durchgebrannt ist, weil sie mittlerweile keine Lust mehr auf den ganzen Band-Zirkus hat? Vielleicht haben sie ja Angst, etwas zu verpassen.
Ivan: Ich glaube, die sind ganz zufrieden mit ihrem Job. Müssen ja nicht im Dreck rumstochern so wie du. (süffisantes Grinsen) Die sehen das nicht so eng mit der konventionellen Karriere. Jennifer hat mir mal gesagt, sie könnte nie einen 9 to 5-Job machen.
Storock: Vielleicht haben sie ja ihre Meinung geändert, nach dem Tourstress des letzten Jahres...
Ivan: Das ist doch kein Stress! Auf Tour hängt man doch nur rum, labert Quatsch zusammen, isst und trinkt viel und macht nichts Sinnvolles. Nur Alex ist in fast jedem Ort auf Sightseeing-Tour gegangen. Aber ansonsten wartet man nur stumpf auf das Konzert am Abend. Ich meine, das ist ein Traumjob. Wärst du selbst ein bisschen begabter gewesen, müsstest du jetzt nicht in den Ausscheidungen anderer Leute rumwühlen und wüsstest, dass das Leben auch Spaß machen kann.
Storock (packt ihn daraufhin an den Hosenträgern): Du Spulwurm, ich weiß genau, dass du dahinter steckst! Wo ist die Kapelle?
Weiter kommt Storock nicht, denn in diesem Moment wird die Konversation durch zwei lebende Wandschränke mit Anker-Tattoos, doppelt gebrochenen Nasenbeinen und starker Rückenbehaarung unterbrochen...
+++ Außen +++ Ein Hinterhof +++ Nacht +++
Nächster Versuch. In einem schäbig grauen Berliner Hinterhof, in den sich seit Jahrzehnten kein Sonnenstrahl mehr verirrt hat, steht ein bulliger Mann in einer abgerockten Weste und einem billigen Touri-Shirt. Sein Körper zeigt deutlich die Spuren der Prügelei der letzten Nacht. Er raucht gleich zwei Zigaretten auf einmal und stopft sich dabei ein halbes Stück kalte Salamipizza in den Mund. Detektiv Storock schlappt mit eingerollten Schultern, einem überheblichen Gesichtsausdruck und einer feuchten Zigarette im Mundwinkel auf ihn zu.
Storock (voice over): Typen wie er sind mir schon oft begegnet. Raue Jungs. Typen von der Straße. Bevor er zuhört, haut er lieber drauf. Mit einem Spatzenhirn geht das nur so. Typen wie er arbeiten immer für jemanden, der sie mit schneller Kohle und leichten Mädchen lockt. Gangsterboss Ivan hat von beidem genug. Mal sehen, wie loyal diese Eiterbeule seinem Boss gegenüber ist.
Storock: Ich bin hier, um über Jennifer Rostock zu sprechen. Dass die Band verschwunden ist, wissen Sie sicher bereits. Können Sie mir verraten, ob die Kapelle irgendwelche Feinde hatte? Oder sollte ich besser sagen: Warum finden viele die Kapelle so scheiße?
Bruno: Scheiße finden die vor allem so Punkrock-Polizisten, die denken, sie wären die coolen Heinis und alle anderen blöd, die plötzlich einen auf Kommerz machen und deren Videos auf MTV laufen. Für die sind Jennifer Rostock einfach kein Punk.
Storock: Könnte das auch was mit der Musik zu tun haben?
Bruno: Ich glaube, weil die mit so vielen Stilen jonglieren, ist das vor allem ein Definitionsproblem. Wenn das nun einer Elektro-Punk nennt, kommen die Punks und ziehen ’ne Fresse, und die Elektro-Clique fühlt sich gleichermaßen auf den Schlips getreten. Kinderkacke eben...
Bruno lässt einen fahren und hält sich debil grinsend die S-förmige Nase zu. Storock verzieht angewidert das Gesicht.
Storock: Wie sind solche Leute denn an die Band herangetreten?
Bruno: So viel ich weiß, kam nie einer an und hat konkret gesagt: „Das finde ich scheiße!“ Aber die Kapelle hat zum Beispiel immer viele Wald- und Wiesen-Festivals gespielt und da laufen ab und an auch mal Nazis auf. Da die Band auf diese Mischpoke wenig Bock hat und das auch sagt, wurden sie bei solchen Veranstaltungen auch schon mit Matsch beschmissen und/oder bespuckt. Jennifer hat auch mal fast ein rohes Schnitzel vor die Rübe gezimmert bekommen. Alles schon passiert.
Bruno zieht tief im Rachen nach einem dickschleimigen Flatschen Rotz und spuckt ihn Storock vor die Füße. Der spreizt reflexartig die Fußspitzen und reibt sich in einer grüblerischen Geste das Kinn.
Storock: Mmmh, ich verstehe. Löst die Band denn sonst auch ein derart aggressives Verhalten beim Publikum aus?
Bruno: Natürlich nicht. Es kommt für gewöhnlich höchstens mal vor, dass sich ein verirrter Indie-Poser ein Konzert lang mit ausgestrecktem Mittelfinger in die erste Reihe stellt. Oft ändern die Kids nach einer Show aber ihre Meinung, so von wegen: „Auf Platte fand ich die Musik scheiße, aber live geht das richtig gut nach vorn. Eigentlich seid ihr ganz coole Typen.“
Storock: Verstehe. Dann mal anders herum gefragt: Haben die Bandmitglieder in der letzten Zeit vielleicht sogar sehr viele neue BESTE Freunde gefunden?
Bruno: Nein, so blauäugig sind die nicht! Im Gegenteil. Jennifer hat mir mal gesagt, dass sie fast nie neue Leute kennen lernt. Die findet das ekelhaft, wenn sich jemand nur für sie interessiert, weil sie in einer Band spielt und man ihr das eigene Demo unterjubeln kann. Die haben alle einen stabilen Freundeskreis, da muss man sich keine Sorgen machen.
Storock: Ah ja, so solide sind die also... (Storock lässt eine Kunstpause und verzieht wissend die Augen zu schmalen Schlitzen.) Hat die Band an ihrem Image eigentlich lange getüftelt?
Bruno: Da gibt es keine Absprachen. Wenn Alex auf der Bühne raucht, dann weil er nicht ohne Kippe kann. Und wenn die sich ein Bier nach dem anderen hinterschütten, dann weil die das schon immer so gemacht haben, zumindest auf der Bühne. Da gibt’s kein Coolness-Konzept, verstanden?! Die sind so.
Storock: Für mich stinkt das trotzdem stark nach strategischer Karriereplanung...
Bruno: Klar, das sieht aus wie zusammengebastelt: Ein Alternativer, ein Quotenschwuler, eine Braut am Mikro... Aber ich kenn‘ die, die sind schon sauber. Ich zeig‘ dir lieber mal, WAS wirklich stinkt...
Bruno drückt einen weiteren sauren Furz durch den ausgefaserten Stoff seiner Baumwollhose. Storock verliert die Beherrschung und schlägt ihn mit einer blitzsauberen Rechten zu Boden. Dann dreht er sich um und schlurft davon.
Storock (voice over): Der Plausch mit der Hinterhof-Amöbe hat mich nicht wesentlich weitergebracht. Es ist wohl an der Zeit, in den Spesenkoffer zu greifen...
+++ Außen +++ Glienicker Brücke +++ Nacht +++
Ein fahler Silbermond wirft kaltes Licht auf das rostige Gerüst der Glienicker Brücke. Ein hagerer Mann in schäbiger Lederjacke und Schiebermütze lehnt im Schatten eines Stahlträgers und sieht sich immer wieder nervös nach allen Seiten um. Storock nähert sich langsam vom westlichen Ende der Brücke.
Storock (voice over): Meine Insider-Informationen beziehe ich in den meisten Fällen von Wiesel. Dieses schmierige kleine Subjekt ist schon für kleines Geld zu haben und hat immer den brühwarmen Gossip aus den dunkelsten Ecken der Stadt parat. Er arbeitet für drei Syndikate gleichzeitig und lebt in der ständigen Angst, am nächsten Morgen aufgeschlitzt in der Spree zu treiben.
Storock steht Wiesel jetzt genau gegenüber. Ängstlich blickt sich der Spitzel noch einmal um.
Wiesel: Haben Sie das Geld?
Storock: Hast du einen Gehirnschlag? Bezahlt wird, wenn ich etwas weiß. Gibt es eine bestimmte Rollenaufteilung in der Band?
Wiesel: Jennifer würde sagen: „Joe macht alles, die anderen machen nichts.“ Aber eigentlich steuert jeder seinen Teil bei.
Storock: Gab es Streit in der Band, als die an ihrem „Film“ gearbeitet haben?
Wiesel (hektisch): Nicht mehr als die üblichen Macken und Zickereien. Der Keyboarder ist manchmal extrem zickig und spritzt schon mal mit Bier im Bus rum. Im Endeffekt wissen aber alle, dass das nicht böse gemeint ist. Ansonsten haben sie extrem wenig Konfliktpotenzial. Sie machen auch privat viel zusammen, gehen gerne abends weg oder hängen im Park rum und lassen die Flaschen tanzen.
Storock: Ach ja? Proben müssen die wohl nie...
Wiesel: Bei 170 Konzerten im Jahr wird das schwierig. Deshalb haben die ja auch die Soundchecks genutzt, um am neuen Album zu arbeiten...
Storock (versucht seine Aufregung zu verbergen): Das genügt. Hier, das hast du dir verdient.
Storock steckt dem verdutzten Spitzel einen Geldschein zu und entfernt sich eilig.
+++ Innen +++ Das Hinterzimmer Eines Nachtclubs +++ Nacht +++
Joe sitzt an einem großen Schreibtisch und untersucht betont lässig seine Fingernägel. Ihm gegenüber beugt sich Storock über den Tisch und mustert den Clubbesitzer.
Storock: Ich weiß, wo deine Band steckt...
Joe: Ach ja?
Storock: Weißt du noch, als wir über Gefühle gesprochen haben und wie man sich darin verlieren kann?
Joe: Was hat das mit meiner Band zu tun?
Storock: Einiges mein Lieber, einiges...
Storock geht zum Wandschrank, zieht den Revolver und schießt auf das Schloss. Joe kreischt, Storock reißt die Schranktür auf und findet im Inneren des geräumigen Möbels die geknebelten, gefesselten und mit Säcken über den Köpfen bewusstlos ineinander gefallenen Jennifer Rostock. Mit erhobenem Schießeisen dreht sich Storock zu Joe um.
Storock: Du wolltest sie für dich haben, du kleine Made. Du hattest Angst, dass sie dir mit ihrer neuen Platte davonlaufen könnten. Und ich sollte dir einen Verdächtigen liefern, der für dich in den Knast wandert.
Storock geht auf Joe zu und versetzt ihm einen Fausthieb. Nachdem er dem Clubbesitzer Handschellen angelegt hat, befreit er die Band und mixt eine Runde Disco-Schorlen zum Wachwerden. Prost.
Text: Timo Richard, Christine Stiller. Fotos: Tim Klöcker.
Haare & Make-Up: Arielle Troß
Heimat: jennifer-rostock.de
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Auch gut: „Der Film“ - die neue Platte von Jennifer Rostock & die Single „Du Willst Mir An Die Wäsche“
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