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Bild: Miss Platnum
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  • Fotograf: Erik Weiss
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Miss Platnum
„Ich will Songs schreiben, die nicht langweilig sind.“


Stilsicher: zum Interview anlässlich ihres neuen Albums ‘The Sweetest Hangover’ erscheint Miss P. angemessen verkatert und enorm gelassen. Diesen vergleichsweise kleinen Gegensatz bringt die rumänische Wunsch-Berlinerin, die Balkan Beats mit R’n’B und HipHop verkuppelt und Tabus bricht wie andere Kajalstifte, mit links.

Wie viel Ruth Maria Renner steckt in Miss Platnum?
Manchmal hilft Miss Platnum Ruth aus ihrem Schneckenhaus zu kommen und ihre Ängste beiseite zu kicken. Für mich war klar: wenn ich eine Bühnenfigur erschaffe, dann eine starke, selbstbewusste. Wie ich es ja auch bin – aber natürlich nicht immer. Die Energie von Miss Platnum schwappt in mein Leben über.

Wie passen „Balkan-Melancholie“ und „HipHop-Hedonismus“ zusammen?
Ich finde es sympathisch, sich Wünsche zu erfüllen, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Ich kann das nachvollziehen, vielleicht weil ich weiß wie es ist, wenn man etwas nicht kriegen kann. Und wenn es nur der abgefuckte Mercedes vom Schrott ist - das ist dann eben die Balkan-Version.

Wie kommen deine Songs über Essen, Saufen, Verlustangst oder Pleitesein zustande?
Ich will Songs schreiben, die nicht langweilig sind und aus weiblicher Sicht Themen ansprechen, die nicht typisch R’n’B-mäßig rüberkommen. Sie dann ironisch zu verpacken, ist meine Art von Humor. Mir ist es wichtig, mich selbst nicht so ernst zu nehmen.

Ist deine Gelassenheit Programm oder Flucht nach vorne?
Beides irgendwie. Ich bin ja nicht makellos und ich möchte, dass die Leute mich auch so sehen. Ich selbst kann mehr mit einem Künstler anfangen, der vielleicht ein „Ranzer“ ist und auch mal nichts gebacken kriegt, als mit einem, der jeden Tag zum Work Out geht und später in den Learjet steigt. Das ist so weit weg. Ich versuche zu sein, wie ich bin, und mir nicht zu viele Gedanken darüber zu machen, wie das wirkt.

Was ist die größte Veränderung von “Chefa“ zu “The Sweetest Hangover“?
Der Sound. Das Balkan-R’n’B-Ding ist selbstverständlicher geworden, viel homogener und mit diesem Album auf einem anderen Level angekommen.

Text: Jennifer Ferron Foto: Erik Weiss
Heimat: missplatnum.com


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