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Bild: AUF DER COUCH MIT
  • Text: Christine Stiller
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AUF DER COUCH MIT
Bert McCracken (THE USED)


Da diverse chemische Substanzen schon gut an Bert McCrackens Hirnsubstanz gekratzt haben dürften, sollte er mittlerweile chronisch bewusstseinserweitert und damit perfekt für unsere psychologischen Zwecke sein. Außerdem deutet der The Used-Sänger auf der neuen Platte „Artwork“ an, seinen kaputten Lebenswandel zukünftig wenigstens ein bisschen überdenken zu wollen. Wir prüfen mal, wie seine Chancen stehen.

Was denkst du Bert, wie sehr können Menschen ihre Persönlichkeit wirklich ändern?
Bert: Je nachdem, mit wem du dich gerade umgibst, passt sich auch deine Persönlichkeit an. Du bist nie zu 100% du selbst. Andere Menschen kitzeln nur verschiedene Aspekte deiner Persönlichkeit aus dir heraus. Ehrlich gesagt glaube ich, dass du die ganze Zeit mit einer Maske herumläuft, weil das, was wirklich in dir vorgeht, zu viel für die anderen wäre.

Welchen Fehler musstest du machen, um dich weiterzuentwickeln?
Bert: Ich würde nicht sagen, dass ich etwas, das ich getan habe, rückgängig machen würde. Ich habe einst jede Droge genommen, die es gibt. Das Zeug hat mich also zu der Person gemacht, die ich heute bin.
Was empfindest du als Stärke von dir, was als Schwäche?
Bert: Eine meiner Stärken ist, dass ich ein Typ bin, der die Leute in seinen Bann ziehen kann. Die anderen hören mir zu. Meine Schwäche ist, dass ich ein destruktiver Abhängiger bin, der Sachen immer viel zu weit treibt (lacht).

Worin warst du immer optimistisch?
Bert: Wenn es um meine Kreativität geht.

Was war deine bedrohlichste körperliche Erfahrung?
Bert: Jede Operation ist beängstigend. So komplett ohne Bewusstsein zu sein und dann plötzlich wieder aufzuwachen. Ich hatte schon viele OPs (ein dreckig röchelndes Lachen).

Wogegen hast du dich einst mit Inbrunst aufgelehnt, das dir aus heutiger Sicht nur noch lächerlich erscheint.
Bert: Fleisch! Ich habe gegen Fleischesser gewettert, als sei es das Schlimmste auf der Welt. Äh, und Drogen... Und Alkohol und Zigaretten. Wie albern. Denn seht mich jetzt an: Ich bin ein fleischessender, rauchender Hurensohn!

FAZIT
Kinder werden flügge und aus braven, fleisch- und drogenfreien Mormonenjungen komplette Gegenteile. Den Weg zurück zum Straight-Edge wird der gute Bert wohl nicht mehr finden. Wahrscheinlich auch nicht den in den Burggraben davor. Allerdings beweist der junge Mann, dass er durchaus zu reflektieren versteht und hey, ein paar seiner ehemaligen Hobbys scheinen ja mittlerweile auf der Strecke geblieben zu sein, wie die letzte Antwort beweist.

Text: Christine Stiller
Foto: Jan Umpfenbach
Heimat: theused.net
Auch gut: “Artwork” –
die neue Platte von The Used
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