- Text: Christine Stiller
-
Rock'n'Roll Reiseführer
Mit Fact nach Japan
Lasst die Masken ruhig auf. Ein bisschen Heimatverbundenheit kann schließlich nicht schaden, wenn wir uns mit dieser flippigen Metal-Pop-Kapelle ins Land der Geishas, Tamagotchis und bizarren Verhaltensregeln begeben.
In Japan werden Trends gemacht. Was ist zurzeit schwer angesagt?
Kazuki: Die Mädels toupieren sich die Haare wie europäische Adelsdamen im 18. Jahrhundert. Das kann man besonders im Bezirk Shibuya in Tokio sehen.
Wo ist das Epizentrum für Modepuppen?
Kazuki: In Shibuya gibt es einen Stadtteil namens Harajuku. Hier finden sich viele Touristen ein, um all die verrückt verkleideten Jugendlichen zu sehen. Ura-Harajuku ist mit all den kleinen Shops und Boutiquen ein Modezentrum Japans.
Eine abgefahrene Delikatesse?
Eiji: Motsu-Nabe, ein Eintopf mit den inneren Organen vom Rind und Gemüse. Besonders das Gemüse macht es so lecker. Vor drei oder vier Jahren war das der Essenstrend in Japan.
Was sollten wir in einer typisch japanischen Spielhölle ausprobieren?
Hiro: Definitiv "Street Fighter II"! Außerdem gibt es ein Spiel, bei dem man sich an den traditionellen japanischen Trommeln "Taiko" versuchen kann. Das macht Spaß!
Welchen Ort sollten sich Manga-Fans nicht entgehen lassen?
Tomohiro: Das Viertel Akihabara ist ein Mekka für Anime-Fans. Dort gibt es auch riesige Tempel mit Elektrogeräten aller Art.
Wo sehen wir echte Geishas?
Tomohiro: In Tokio in Ryogoku nahe Asakusa. Der beste Ort ist aber definitiv Kyoto. Ich habe gehört, sie haben da auch Läden, wo man sich wie eine Geisha anziehen kann.
Der schönste Tempel Japans steht...?
Tomohiro: ...in Kyoto. Er heißt To-ji und ist riesig. Die gewaltige Buddah Statue darin ist echt beeindruckend. Andere wichtige Tempel sind Kinkaku-ji (in Kyoto) und Todai-ji (in Nara).
Die größten Naturschönheiten gibt es wo?
Takahiro: Ich finde die Insel Okinawa am schönsten. Das Meer ist herrlich. Aber Ibaraki, wo wir ursprünglich herkommen, ist auch nicht übel. Da gibt es einen Ort namens Nikko mit dem größten Wasserfall Japans.
In Japan gibt es Verhaltensregeln, die uns komplett unbekannt sind. Vor welchen Fettnäpfchen könnt ihr uns bewahren?
Hiro: Bei uns winkt man Leute heran, indem man die Handfläche nach unten hält und das Handgelenk auf und ab bewegt. In Europa hält man die Handfläche nach oben, was in Japan als beleidigende Geste aufgefasst werden könnte. Oh, und wenn man nicht mit Essstäbchen umgehen kann, sollte man lieber nach Besteck fragen, als eine Sauerei zu veranstalten. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
Stimmt es, dass es keine richtigen Schimpfwörter in der japanischen Sprache gibt und könnt ihr uns trotzdem eines beibringen?
Eiji: Es ist nicht wirklich gängig, aber Schimpfwörter existieren auch bei uns. Die sind aber oft stark vom jeweiligen Dialekt abhängig. Du kannst jemanden aber für alle verständlich mit "Kusotare" (k-soh-tah-ray) provozieren, was so viel wie "Arschloch" bedeutet.
Text: Christine Stiller
Heimat: myspace.com/factjapan
Auch gut: "Fact" - das Debütalbum der Kapelle
ANZEIGE
City Light Thief, Love A
18.02.2012
FLUX Klub - LIVE: City Light Thief, Love A @ Magnet Club - Berlin
