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Auf der Couch mit Chester Bennington


Eine Karriere wie aus dem Bilderbuch. Neben seiner Hauptband Linkin Park widmet sich Chester Bennington nun auch seinem ersten Soloprojekt Dead By Sunrise. Dabei wäre er doch so gerne Hausmann. Oder doch nicht? Wie viel Bodenständigkeit in dem Karriere-Überflieger steckt, haben wir hier professionell analysiert.

Bei dieser Anschaffung hast du dich selbst ein bisschen geschämt.
Was den Kauf von Häusern und Autos angeht, habe ich mich noch nie schlecht gefühlt. Ich mag das. Wenn ich allerdings eine Woche lang in einem total überteuerten Hotel wohne, dann denke ich im Nachhinein schon: Was für eine Geldverschwendung!

In welcher Situation hatte jemand anderes komplett die Kontrolle über dich?
Chester: Es war nicht "jemand", sondern "etwas" anderes. Ich bin irgendwann an den Punkt gelangt, an dem ich feststellen musste, dass ich lange Zeit komplett von Alkohol und Drogen kontrolliert wurde. Das konnte ich mir nur schwer eingestehen konnte und hatte Mühe, das zu überwinden.


Kannst du dir vorstellen, ab morgen wieder in ein komplett normales Leben zurückzukehren?
Chester: Darüber denke ich ständig nach. Darüber, wie ich mich selbst aufteilen muss. Darüber, wie mich die Musikindustrie von meiner Familie fernhält. Da frage ich mich, inwieweit es all die Kohle wert ist.

Was würdest du nach einem Ausstieg aus dem Business vermissen?
Chester: Ich wäre wohl nur für kurze Zeit glücklich. Ich würde hoffen, dass meine Söhne mich abfeiern, weil ich nun immer für sie da sein kann. Aber wahrscheinlich wären sie bald schon gestresst von mir. Dann würde ich unausgelastet sein, meinen kreativen Job vermissen und zu einem miesepetrigen Kauz mutieren.

In welcher Rolle siehst du dich am liebsten?
Chester: In der des Vaters für meine vier Jungs. Kinder zu haben macht dich zu einem verantwortungsvolleren Individuum. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich selbst noch ein Kind.

War das immer so?
Chester: Nein. Weil ich sehr jung Vater geworden bin, stand ich auch früh vor dem Konflikt, mein altes Party-Leben aufgeben zu müssen. Es war ein Prozess, aber irgendwann habe ich kapiert, dass man absolut nichts verpasst. Durch Kinder lernt man, dass sich die Welt nicht nur um einen selbst dreht und dass man mit gutem Beispiel vorangehen muss. Du kannst nicht sagen: "Nimm keine Drogen!" und dann selbst welche schmeißen - wie ich es früher tatsächlich getan habe. Ich glaube, im Idealfall bringen dich Kinder dazu, aufzuwachen.

FAZIT
Für alle, die ihre fruchtbaren Jahre schon im Rausch der nächsten bunten Pille an sich vorüber ziehen sahen, ist Chester ein tröstendes Beispiel. Er hat es nicht nur geschafft, diese Drogensache kaltzustellen, sondern sich trotz Karriere offensichtlich auch zu einem treusorgenden Vater zu mausern. Der einzige Unterschied zwischen ihm und dem Durchschnittserzeuger ist allerdings ein millionenschweres Bankkonto und das Privileg von "Häusern" und "Autos" im Plural sprechen zu können.

Text: Christine Stiller
Heimat: cbennington.com
Auch gut: "Out Of Ashes" - das Debütalbum von Dead By Sunrise


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