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Bild: Mit Jacob Bannon (CONVERGE)
  • Text: Christine Stiller
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Mit Jacob Bannon (CONVERGE)
nach Boston


Alles hat zwei Seiten. Es kommt nur darauf an, wie man etwas betrachtet. So überschäumend temperamentvoll der Sound der Hardcore-Koryphäen Converge, so ruhig der Frontmann dahinter. Sänger Jacob Bannon ist in Bostons Umland aufgewachsen und preist das bescheidene Arbeiterklassen-Flair der Metropole. Gemeinhin wird die Stadt an der amerikanischen Ostküste zwar als eine der nobleren Adressen des urbanen Zusammenseins gehandelt, doch mit den Augen des stillen Künstlers betrachtet, bekommt ihr einen anderen Blick auf die heimliche Hauptstadt Neuenglands.

Wodurch hebt sich Boston von den anderen Städten des Landes ab?
Boston ist eine der ältesten Städte. Sie ist klein und überschaubar, aber trotzdem passiert eine Menge. Wegen der Unis im Umkreis der Stadt, wie Harvard, MIT und Boston College, wohnen hier viele Studenten. Boston ist zwar eine Großstadt, vermittelt aber eine gemütliche, vorstädtische Atmosphäre und besticht mit ihrem Arbeiterklasse-Charme.

Auf welche Sehenswürdigkeit können wir getrost verzichten, welchen Tipp hättest du stattdessen für uns?
Boston ist keine Stadt wie Paris mit dem Eiffelturm oder New York und sein Empire State Building. Hier gibt es keine angesagten Touristenmagneten wie diese. Man muss einfach das ganze Flair der Stadt auf sich wirken lassen, im Sommer vielleicht am Charles River sitzen, der Boston und Cambridge trennt oder einen Ausflug ins Umland unternehmen.

Wohin würdest du uns schicken?
Wir leben mittlerweile selbst außerhalb der Stadt, am North Shore. Hier gibt es schöne kleine Küstenstädte, sehr idyllisch. Ich selbst verbringe gern Zeit am Strand. Ein beliebtes Ausflugsziel der Bostoner ist die Halbinsel Cape Cod mit ihren endlos langen Stränden. Im Sommer wimmelt es da von Touristen, was auch ein Grund dafür ist, dass Boston selbst dann wie leergefegt wirkt.

Dank der Meeresnähe empfehlen die Bostoner sicher stolz ihre Fischgerichte.
Ich selbst bin Vegetarier und kann deshalb keine Empfehlungen dieser Art machen. Ehrlich gesagt, gehe ich überhaupt nicht viel aus, komme also mit allem, was Restaurants und Cafés angeht, nicht wirklich in Berührung. Aber ja, ich schätze, die Fischgerichte gelten als sehr gut.

Wohin können wir die Leser zum Klamotten-Shoppen schicken?
Ich selbst habe damit nichts am Hut, aber Newbury Street ist definitiv die richtige Adresse dafür.

Was ist der beste Rock-Club der Stadt?
Leider gibt es so was nicht wirklich. Ich glaube, die Clubbesitzer haben bei Musik wie Punk oder Hardcore, wo es vom Publikum her etwas wilder zugeht, Berührungsängste. Für Hardcore-Shows, zum Beispiel, mietet man sich dann eher extra Räumlichkeiten an.

Text: Christine Stiller
Heimat: myspace.com/converge
Auch gut: "Axe To Fall" - das neue Album von Converge


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