- Text: Christine Stiller
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Mit Vom (Die Toten Hosen)
Durch Düsseldorf
Vom Ritchie ist ohne Clownsperücke und rote Pappnase zur Welt gekommen, und als gebürtigem Engländer sind ihm die Karnevalsrituale der Düsseldorfer zuweilen doch recht fremd. Was gut für uns alle ist. Mit dem Blick des Außenstehenden schickt er euch auf Augenhöhe in nette, unhippe Eckkneipen und warnt vor Textilverlust und ewig miefenden Fettnäpfchen.
Wo wohnt Düsseldorfs High Society?
Vom: Zum Beispiel in Stockum. Ich wohne direkt an der Grenze zu Stockum in Unterrath, was ich auch stolz zugebe. Die meisten Leute, die man darauf anspricht, behaupten allerdings, sie kämen aus Stockum, auch wenn sie eigentlich in Unterrath wohnen. Ich kenne mich in den Reichengegenden nicht aus und bleibe lieber in meinem Arbeiterklasseviertel in Unterrath.
Was sind deine Lieblingsbars?
Vom: Mittlerweile fahre ich nicht mehr allzu oft in die Innenstadt, außerdem habe ich eine eigene Bar in meinem Keller. Wenn ich dann aber doch mal unterwegs bin, gehe ich gern ins Engelchen (Kurze Str. 15) oder in die People.Clubbar (Kurze Str. 9), da gibt es auch Live-Musik. Fernhalten würde ich mich vom Ballermann 6 (Bolkerstraße 20). Doch meistens versacke ich in einem Bistro namens „Bei Anna“ (Unterrather Straße 69) gleich bei mir um die Ecke. Da gibt es immer einen freien Tisch und Getränke für 1 Euro.
Wo kann man gut essen?
Vom: Die Olio Bar (Schirmerstraße 54) sieht zwar nicht aus wie ein exquisites Restaurant und erinnert eher an einen alten Güterbahnhof, aber dort gibt es richtig gutes Essen. Hier speist die Boheme der Stadt. In teure Lokale gehe ich allerdings nicht. Ich mag japanisches Essen, entlang der Oststraße findet man viele Läden.
Welches Aufreißerkostüm würdest du für Karneval empfehlen?
Vom: Um ehrlich zu sein, meide ich Karneval immer. Das ist mir zu abgefahren. Einmal waren die Spittin’ Vicars für eine Show in der Stadt. Mein Freund John trug ein Hemd mit einer Punker-Krawatte und die wurde ihm von einer fremden Frau im Supermarkt ohne Vorwarnung einfach abgeschnitten. Sie hatte keine Ahnung, dass er Engländer war und somit nichts von den Bräuchen der „Weiberfastnacht“ wissen konnte. An allen anderen 364 Tagen würden dich diese Frauen im Supermarkt nicht ansehen. An Weiberfastnacht schneiden sie deine Krawatten ab und machen dich dann im Hinterzimmer klar.
Was sollte man einen Düsseldorfer nie fragen?
Vom: Wenn ihr in eine Kneipe geht und ein Kölsch bestellt, macht ihr euch wahrscheinlich sofort unbeliebt. Das ist albern, außerdem mag ich Kölsch. Ich habe mal ein Foto gesehen, da war ein Typ mit einem richtig fiesen blauen Auge drauf, und die Bildunterschrift lautete: „Das passiert, wenn du an Karneval ein Kölsch in Düsseldorf bestellst.“ Also Vorsicht...
Heimat: dietotenhosen.de
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