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Bild: Broken Bells
  • Text: Timo Richard
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Broken Bells
Schnauze, Lübke!


Danger Mouse aka Brian Burton hat in James Mercer endlich seinen Lübke gefunden. Stimmt nicht ganz, macht aber Spaß zu schreiben. Rein äußerlich erinnert das ungleiche Paar tatsächlich an die Trickfilm-Lieblingeaus den Achtzigern, als Assistent geht in ihrer gemeinsamen Band Broken Bells aber keiner der Protagonisten durch.

2009 wurde im Nachhinein noch schnell zum Jahr der Supergroups ausgerufen. Mit The Dead Weather und dem Altherren-Zeitvertreib Them Crooked Vultures lieferten diese aber vor allem gut Abgehangenes zum Thema Classic-Rock. Broken Bells – die erste Supergroup 2010 – besteht dagegen aus zwei Protagonisten des musikalischen Fortschritts. The Shins-Sänger James Mercer und Produktions-Revolutionär und Gnarls Barkley-Hälfte Brian Burton schaffen auf ihrem Debüt nicht mehr und nicht weniger als die Fusion von Indie-Geschreddel und besoffenem HipHop. Stramme Leistung eigentlich, denn mit der gemeinsamen Band sind die Broken Bells-Mitglieder aus Ruinen auferstanden.

Irgendwann im letzten Jahr ist Mercer so genervt von der Routine seiner Shins, dass er sie kurzerhand auf Eis legt. Zeitgleich verkracht sich Burton über ‘Dark Side Of The Soul‘ – sein gemeinsames Projekt mit Sparklehorse und David Lynch – so derbe mit dem Label EMI, dass das epochale Album letztendlich nur als unautorisierter Download im Netz landet. Im Gegensatz dazu macht so ein total regulärer Promo-Tag doch richtig Laune. „Es ist auf jeden Fall cool, eine Platte mal ohne Rechtsstreit veröffentlichen zu können“, grinst Burton, der juristischen Ärger schon von seinem Beatles-vs.-Jay-Z-Mash-Up ‘Grey Album‘ gewohnt ist. „Überhaupt ist es für mich unglaublich, endlich in einer ’echten’ Band zu spielen. Ich habe überhaupt keinen Bock mehr zu produzieren. Es war toll, sich mit einem Haufen Vintage-Kram im Studio einzuschließen und einfach zu spielen“, verkündet Burton mit tiefer Bassstimme und James Mercer ergänzt: „Und wir haben mittlerweile eine fast eheähnliche Beziehung. Während der Aufnahmen habe ich bei Brian gewohnt, wir haben uns gegenseitig bekocht und sind zusammen ins Kino gegangen.“ Nur Händchenhalten war nicht, die brauchte man zum Musizieren.

Text: Timo Richard
Heimat: brokenbells.com


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