- Text: Robert Goldbach
-
Black Rebel Motorcycle Club
Der Teufel trägt Kutte
Wer sich von dem trocken-düsteren Indie-Rock-Trio aus San Francisco eine spürbare Rückbesinnung zu den eigenen Wurzeln erhofft hat, bekommt vom Black Rebel Motorcycle Club eine leckere Pille verabreicht: ‘Beat The Devil’s Tattoo’ parkt in der Soundgarage direkt neben den frühen Werken der Band, markiert aber dennoch einen Neuanfang.
‘Beat The Devil’s Tattoo‘ ist das erste Album, bei dem Leah Shapiro auf dem Schlagzeughocker saß. Der Wechsel wurde irgendwann notwendig, nachdem Nick Jago, der lange als der B.R.M.C.-Drummer schlechthin betrachtet wurde, immer weniger Interesse an seiner Hauptband zeigte und sich zunehmend seiner eigenen Musik widmete. Als sich Nick nicht für die Teilnahme an der bevorstehenden Europatour verpflichten wollte (oder konnte), standen B.R.M.C-Gitarrist/Bassist Rob Levon Been und Gitarrist/Sänger Pete Hayes vor der Wahl, die Reise abzusagen oder es mit jemand anderem zu probieren. Sie luden also Leah ein, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte, als sie einst mit ihrer Band Dead Combo ein Konzert für B.R.M.C. eröffnete. „Ich war skeptisch, ob sie sich in der kurzen Zeit die Songs draufschaffen könnte“, erinnert sich Pete, „aber sie hat uns voll überzeugt.“ Nach bestandener Live-Feuerprobe hieß es bald: Willkommen im Club.
Auch die gemeinsame Arbeit an neuen Stücken klappte hervorragend, so dass sich die alten und das neue Mitglied des Motorclubs für drei Wochen im Studio einschlossen und die Songs in Eigenregie aufnahmen. Der unpolierte Lo-Fi-Charakter war dabei voll gewollt: „Rock‘n’Roll soll schließlich nicht nett klingen, sondern unfreundlich und dreckig.“
Dass Rob und Peter nun mit einer Dame sowohl Studio, Bus als auch Bühne teilen, bedeutet für die beiden Herren aber keine große Umstellung: „Ob Mann oder Frau ist letztlich egal“, glaubt Pete. „Leah ist einfach eine coole Person, und das ist das wichtigste, wenn man zusammen in einer Band spielt.“ Und auch gentlemanhafte Zurückhaltung scheint nicht nötig zu sein: „Im Gegenteil“, lacht Rob: „Ihre Sprüche bringen uns oft zum Erröten!“ Und die sympathische Leah bestätigt:„Ich bin versauter als die beiden zusammen. Du darfst nicht vergessen, dass ich schon lange in Bands spiele. Mich kann nichts mehr schocken.“
Text: Robert Goldbach
Heimat: blackrebelmotorcycleclub.com
ANZEIGE
City Light Thief, Love A
18.02.2012
FLUX Klub - LIVE: City Light Thief, Love A @ Magnet Club - Berlin
