- Text: Frank Thießies
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Airbourne
Einer muss es ja machen
Mit ihrer unüberhörbaren Vorliebe für Angus Young & Co. gelten Airbourne als legitime Erben von AC/DC und damit als Prototyp des Rock-Exports aus Down Under. Aufgewachsen in der einstigen Hochburg des australischen Walfangs namens Warrnambool, sind Airbourne nach einem kurzen Abstecher an die amerikanische Ostküste nun wieder zu Hause gelandet, um dort ihr neues Album ‘No Guts, No Glory‘ einzuspielen.
Wie sich das für ein traditionsbewusstes Ensemble wie Airbourne gehört, haben natürlich auch die neuen Songs ein exorbitantes Energielevel und mehr Eier als der Sack eines katalanischen Stiers. Auch wenn der Überraschungsbonus von ‘Runnin’ Wild‘ mittlerweile eingebüßt ist, braucht sich die neue Brut von Airbourne keinen Dezibel-Deut hinter dem energetischen Einstand der Outback-Outlaws vor zwei Jahren zu verstecken. Dabei waren die Entstehungsbedingungen für ‘No Guts, No Glory’ diesmal deutlich andere. „Bei jedem Soundcheck auf unserer fast zweijährigen Tour haben wir neue Riffs und Ideen ausprobiert, die wir dann im Bus abends verfeinert und aufgenommen haben“, erklärt Sänger und Gitarrist Joel O’Keeffe. „Das ganze Album ist tatsächlich auf Tour geschrieben worden. In Australien haben wir dann alles zusammengesetzt und aufgenommen. Insofern ist diese Platte eine gute Mischung aus unseren Erfahrungen in der Ferne und unseren heimischen Wurzeln.“ Die in diesem Falle auf ganz besondere Art stilecht gepflegt wurden. Denn Airbourne haben kurzerhand den Pub, in dem sie ihren ersten Auftritt hatten, zum Proberaum für die nachfolgenden Albumaufnahmen umfunktioniert. „Der Schuppen nennt sich ‘Criterion Hotel’. Er wurde von anderthalb Jahre geschlossen und noch nicht wieder eröffnet. So konnten wir dort in Ruhe zwischen all den Ratten, die dort hausen, unser Zeug aufbauen und üben“, erklärt Joel. Wo lässt sich nach Bier-Blumen duftender Bar-Rock auch besser intonieren, als in ebensolch einem Ambiente?
Nur konsequent also, dass die neue Scheibe somit keinesfalls Opfer überambitionierter Studio-Schrauberei wurde. „Zu erkennen, dass nicht jede Note perfekt sein muss, hat viel von dem Druck genommen, unter dem wir nach dem Erfolg des ersten Albums standen. Wenn man perfektionistisch zu Werke geht, nimmt man sich selbst schon wieder viel zu ernst. Wir lieben einfachen Rock’n’Roll und man sollte sich dabei keinen allzu großen Kopf machen, das zerstört ansonsten den Spirit“, philosophiert Joel bauernschlau daher und hat damit natürlich Recht. Auf etwaige Kritikerargumente, die schon dem großem Landsmänner-Vorbild mit vier Buchstaben seit Jahrzehnten vorwerfen, immer dieselbe Platte zu machen, reagiert Joel dann auch mit der erwarteten Gelassenheit: „Ich glaube, dass wir auch in etlichen Jahren immer noch denselben Rock’n’Roll spielen werden. Vielleicht mit ein paar kleinen Weiterentwicklungen und Veränderungen. Auf dieser Platte sind ja auch schon Songs, die so in der Form nicht auf der letzten Scheibe waren. Der einzige Unterschied wird also sein, dass es mal kleine Unterschiede geben wird - aber letztendlich bleibt doch alles beim Alten“, so der sympathische Front-Derwisch lachend.
Und da niemand so genau sagen kann, ob AC/DC je noch mal mit demselben neuen Album um die Ecke kommen werden, ist es letzen Endes verdammt gut zu wissen, dass es Leute gibt, die diesen Job genauso zuverlässig und pflichtbewusst übernehmen.
Text: Frank Thiessies
Heimat: airbournerock.com
Magnet Club - Live: Who Knew, The Dope
07.08.2010
MotorClub @ Magnet Club - Live: Who Knew, The Dope - Berlin
