- Text: Florian Hayler
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Auf der Couch mit:
Matt Skiba (Alkaline Trio)
Matt Skiba, 33-jähriger Frontmann des Punkrock-Dreizacks Alkaline Trio, surft nicht nur regelmäßig auf den Wellen des Pazifiks, sondern auch über die Berge und durch die Täler seines eigenen Lebens. In den vergangenen 18 Monaten hatte Skiba diverse harte Schicksalsschläge zu verkraften, die aber weder seinen Mut, noch seine Zuversicht oder den unerschütterlichen Glauben an das Gute trüben konnten. Hier ein paar seiner Tipps, wie man auch in harten Zeiten den Kopf über Wasser behält.
Matt, als ihr vor rund einem Jahr das letzte Mal auf Tour wart, machtest du nicht den Eindruck eines glücklichen und ausgeglichenen Typen. Was war los?
Unser Schlagzeuger Derek und ich hatten keine gute Zeit. Wir beide verloren Freunde und standen kurz vor der Scheidung von unseren Frauen. Im Nachhinein bin ich froh, dass wir das halbwegs unbeschadet überstanden haben, denn so normal es scheint, dass sich Ehepaare scheiden lassen, so bitter ist es, das selbst durchstehen zu müssen. So eine Scheidung ist nicht nur schlimm, sie ist WIRKLICH schlimm. Sich von der Person zu trennen, in die man einst verliebt war, ist deprimierend und schrecklich. Wenn man aber versucht, die Situation als Lernprozess und schmerzliche, aber nötige Erfahrung zu betrachten, kann man aus den eigenen Fehler noch was lernen .
Was hat dir geholfen, über die Scheidung hinwegzukommen?
In meinem Fall ausgiebiges Motorradfahren, Surfen und Fallschirmspringen in Kombination mit ein paar chemischen Substanzen und Alkohol, aber das soll nicht als universal gültiger Kummerkiller verstanden werden. Viel wichtiger ist es, sich auf sich selbst zu konzentrieren und herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist.
Was rätst du Leuten, die einen Freund oder ein Familienmitglied verloren haben?
Zunächst einmal glaube ich, dass der Tod nicht das Schlimmste ist, was einem passieren kann. Das Schlimmste wäre, unglücklich zu sterben. Und ich weiß, dass meine Freunde zufriedene Menschen waren, die ein erfülltes, gesegnetes Leben hatten, bevor sie von uns gingen. Damit sind sie mir und hoffentlich vielen anderen Vorbild und Inspiration, das eigene Leben zu genießen und alles dafür zu tun, es mit Sinn und Verantwortung zu füllen.
Was, wenn man eben nicht glücklich, zufrieden und ausgeglichen ist und somit auch kein gutes Vorbild sein kann?
Natürlich durchläuft jeder auch mal eine dunkle, schwere Phase und Leid ist elementarer Bestandteil des menschlichen Daseins. Ich glaube zwar nicht an Gott oder den Teufel, aber ich glaube daran, dass jedem von uns Gut und Böse innewohnen und uns die Natur mit Kräften und Mitteln ausgestattet hat, unsere Dämonen zu besiegen. Wir sollten also immer und zu jedem Zeitpunkt positiv denken und uns darüber bewusst sein, wie gut es uns geht, denn wir haben die Kontrolle über unser eigenes Leben. Wenn du Probleme hast – löse sie oder bitte andere um Hilfe.
Es gab auch in deinem Umfeld ein paar Menschen, denen nicht mehr geholfen werden konnte, die sich selbst das Leben nahmen.
Stimmt, das ist natürlich doppelt bitter, weil man offensichtlich als Freund versagt hat. Aber ich respektiere die Entscheidung der Person, denn sie war mit Sicherheit die Folge eines langen Leidens gewesen und wurde nicht aus einem Affekt heraus getroffen. Unser Job besteht darin, die Erinnerung an sie zu wahren.
FAZIT
Matt Skiba, der ewige Optimist. Der mit einem beneidenswerten Maß an positiver Energie ausgestattete Motorradfreak verwandelt jede Not in eine Tugend. Mit seiner ansteckenden Energie und Lebensfreude ist der smarte Riese nicht nur Identifikationsfigur für alle Alk3-Fans, sondern ein Vorbild für jeden, dem das Leben schon mal ein Bein gestellt hat.
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