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Bild: Die Sterne
  • Text: Florian Hayler
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Die Sterne
Disco-Mixtape


Bad Salzuflen. Ein guter Ort, um weg zu ziehen.Frank Spilker, Indie-Ikone und Frontmann der Band Die Sterne, hat zwar stets einen großen Bogen um die städtische Disco gezogen, sein neues Album „24/7“ klingt aber trotzdem gut nach durchtanzten Nächten. Ob Spilker heute immer noch „shoegazed“ wie einst oder mittlerweile einen stattlichen Hüftschwung vorweisen kann, erfahrt ihr in seinem Mixtap

Frank, zu welchem Song hast du in deiner Dorfdisco immer wild getanzt?
Ich stamme aus Bad Salzuflen, einem Kurort, in dem es nur eine Rumba-Disco für Leute ab 60 gab, damit die sich da ihren Kurschatten antanzen konnten. Ich habe irgendwann das „Forum Enger“ entdeckt, was mich vom kulturellen Elend meiner Heimatstadt erlöste. Das „Forum“ war ziemlich Spex-Disco geprägt, nur an Weihnachten lief da auch mal Madonna oder Pop-Kram. Dazu habe ich zwar auch getanzt, aber in erster Linie war ich wohl so ein Shoegazer, schon alleine wegen meiner Körpergröße. Und „No Tears For The Creatures Of The Night“ von Tuxedomoon gehörte definitiv zu einem guten Abend.

Welche Droge gehört zu Disco wie die Pille zu Techno?
Alkohol. Aber viele der DJs trinken gar nicht, weil sie sonst die Nacht nicht überstehen würden. Die klassische Droge in den New Yorker Discos der Siebziger war natürlich Kokain.
Gibt es ein Lied, das Tanzbarkeit und Intelligenz vereint?
Nach diesem Lied suchen wir ja die ganze Zeit. Jeder Künstler tut das. Das ist doch das Höchste, was man erreichen kann. Eine Band, die beides gut kombiniert, ist LCD Soundsystem. Da reicht es mir, auf einen Beat abzufahren und dabei noch den einen oder anderen Witz auf die Ohren zu bekommen.

Gibt es einen Disco-Song, der das Genre beleidigt?
Die gibt es zuhauf. Level42 wären sicher dabei, als Vertreter der Funk-Fraktion. Oder Sandra mit „Maria Magdalena“, mitsamt ihrem Produzenten Michael Cretu. Das Pech der Achtziger war, dass sich Typen wie Cretu oder Dieter Bohlen ein “trendiges“ Outfit oder einen Schlagersänger zugelegt haben, nur um alles Coole in der Indie-Musik auf ihre plumpe Art abzukupfern. So wie Herbert Grönemeyer im Grunde seines Herzens immer noch Bluesrocker war, und nicht New-Waver. Das hat mich immer ein bisschen geärgert.

Kylie Minouge oder Madonna?
Früher Madonna, aber heute sind mir beide zu klein.

Mit wem würdest du nie in die Disco gehen?
Mit Pur.

„Saturday Night Fever“ oder „Grease“?
„Saturday Night Fever“ natürlich. „Grease“ hat tolle Songs, aber der Soundtrack zu „S.N.F.“ von den Bee Gees ist noch eine Lage besser.
Was glaubst du: Wer tanzt zu eurem neuen Song „Die Stadt Der Reichen“?
Schwer zu sagen. In meiner schlimmsten Vorstellung wären das so Weltmusik-Hörer, diese Jute-Trottel. Aber ich glaube, das Stück könnte auch problemlos in der Indie-Disco laufen, sogar ohne den Text.
Welches Lied, das das Wort „Disco“ im Titel trägt, magst du gerne?
„From Disco To Disco” von Whirlpool Productions natürlich, eine Hymne der Neunziger. “Disco Clown” von Munk ist auch sehr gut. Mein Sohn hat mir mal „Disco Pogo“ von Frauenarzt empfohlen, aber das war nicht so meins. Der Junge ist erst 14, da darf er so was hören. Aber wenn er das mit 21 noch machen würde, wäre es allerdings kritisch.

Heimat: www.diesterne.de

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