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Bild: Auf der Couch mit:
  • Text: Flo Hayler
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Auf der Couch mit:
Köfte (MAD SIN)


40 Kilo in sechs Monaten. So lauten die Parameter im neuen Leben von Mad Sin-Frontmann Köfte DeVille, der – seiner vielen Pfunde überdrüssig – einen Verschlankungstrip selten dagewesenen Ausmaßes angetreten hat: die einst als Mourad Calvies in Berlin geborene Psychobilly-Ikone steht mit den Hühnern auf, stemmt amtlich Gewichte, geht schwimmen, trinkt Tee mit Honig und nimmt nur noch dann Drogen, wenn er am nächsten Tag nicht zur Fahrstunde muss. Wir trafen den Lifestyle-Konvertit, um zu erfahren, wie viel Wahnsinn noch in seinen Lebenswandel passt.

Köfte, brauchte es einen amtlichen Schuss vor den Bug, bis du dir und deinem Körper mal etwas Ruhe und Atempause verordnen konntest?
Absolut. Hätten mir nicht drei verschiedene Ärzte unabhängig voneinander versichert, dass ich mit diesem Lebensstil vielleicht noch ein Jahr zu leben habe, hätte ich auch nichts verändert. Als mich dann auch noch meine Braut verließ, war aber die Zeit gekommen, um mir und allen anderen zu beweisen, dass ich mich selbst aus der Scheiße holen kann.
Wie unzufrieden warst du denn mit dir selbst? Ging es da um mehr als nur das reine Körpergewicht?
Ich denke schon. Ich glaube, mein ganzer Lebensrhythmus hat mir nicht mehr gepasst. Ich habe drei Tage pro Woche nur gefeiert: Konzerte, Drogen, Alkohol und kaum was Anständiges zu essen. Danach kam ich nach Hause, habe vier Tage nur gefressen, Kräuterzigaretten geraucht und abgehangen. Ich war so faul, ich habe Taxifahrer zum Einkaufen geschickt. Vor die Tür wollte ich sowieso nicht mehr, höchstens noch nachts.
Wie radikal hast du dein Leben umgekrempelt? Nur ein bisschen Gewichte stemmen und kalorienarm futtern kann‘s ja nicht bringen?!
Zunächst habe ich meine Ernährung umgestellt: Kein Zucker mehr, fettfreie Nahrung, kein Alkohol. Parallel habe ich natürlich Sport gemacht, jeden Tag für mehrere Stunden. Ich wollte nicht nur Gewicht verlieren, sondern meine Ausdauer zurück haben, die ich auch für die Mad Sin-Konzerte brauche. Also bin ich geschwommen, habe an den Geräten trainiert und wieder mit dem Kickboxen angefangen. Das wäre vor einem halben Jahr unmöglich gewesen. Da wäre ich beim ersten Tritt nach hinten umgefallen.

Merkst du, dass dein neues Körpergefühl auch gut für deinen Geist, dein seelisches Gleichgewicht ist?
Absolut, wenigstens sagen das meine Bandkollegen. Ich meine, ich bin immer noch extrem hektisch und nach ein paar Drinks kann sich meine Ausgeglichenheit auch wieder verabschieden, aber insgesamt bin ich entspannter unterwegs. Früher lebte ich nach dem Motto: Live fast, die young, aber mittlerweile weiß ich mein Dasein wirklich zu schätzen - vielleicht auch, weil ein paar meiner Freunde mittlerweile das Zeitliche gesegnet haben, manche sogar freiwillig. Das ist schade, denn eigentlich ist das Leben doch okay. Ich meine, wenn du nicht unheilbar krank oder im Knast bist, kannst du immer was ändern.
Glaubst du denn, dass die irgendwann wieder rückfällig werden könntest. Dass sich deine Disziplin wieder in Wohlgefallen auflöst und du in deinen alten Trott zurückfällst?
Man soll ja niemals nie sagen, aber zurzeit fühle ich mich sehr wohl so. Bleibt nur zu hoffen, dass ich von weiteren Schicksalsschlägen verschont bleibe, denn dieser eine Lebenswandel reicht mir eigentlich.
FAZIT
Von Köfte darf man sich bedenkenlos eine Scheibe abschneiden. Mit dem richtigen Verhältnis aus Selbstdisziplin und Exzess bringt der Mann Körper und Geist beispielhaft in Einklang. Wünschen wir ihm, dass das auch so bleibt!


Text: Flo Hayler
Heimat: madsin.de
Auch gut: „Burn & Rise“ – das neue Album von Mad Sin


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