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Bild: Im Tourbus mit
  • Text: Christine Stiller
  • Fotograf: Erik Weiss
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Im Tourbus mit
Turbostaat


Auf Tour rücken physische Prozesse in den Vordergrund, die im normalen Leben gern verdrängt werden. Die Verdauung zum Beispiel. Gitarrist Rotze weiß jetzt, dass diese bei Schweizer Zollkontrollen übel auf die Probe gestellt werden kann und einem Bands durch gezielten Dickdarmeinsatz schon mal den Krieg erklären.

Was war die bislang gefährlichste Situation, der ihr auf Tour ausgesetzt wart?
In der Schweiz sind wir gleich zweimal in drei Tagen verhaftet worden. Das erste Mal wollten wir ganz unbedarft über die Grenze fahren und - natürlich - wurden wir angehalten und kontrolliert. Der Zoll hat erst mal den Bus auf eine Hebebühne gepackt und komplett zerpflückt. Zwei von uns sind dann noch in eine Zelle eingesperrt worden und sollten sich bis auf die Unterhosen ausziehen. Das alles hat mehrere Stunden gedauert und wir mussten letztlich unser Konzert am Abend absagen. Gefunden hatten sie im Endeffekt nichts. Nur für unsere Merchandise-Artikel mussten wir eine Strafe zahlen.

Und beim zweiten Mal?
Rotze: Zwei Tage später sind Tobert und ich von der Polizei eingesammelt und des Ladendiebstahls bezichtigt worden. Dann gab es aber eine Gegenüberstellung mit der betroffenen Dame aus dem Bioladen und sie hat uns direkt entlastet.

Was war euer bislang ekeligstes Tourerlebnis?
Rotze: In Köln haben wir mal mit so einer beschissenen schwedischen Kapelle gespielt. Die müssen vorher von irgendwem gehört haben, dass hier das Schlaraffenland für Bands sei und dann wurden sie stinksauer, weil sie nur als Vorband gebucht waren. Später haben sie sich tierisch besoffen und der Sänger hat ins Bett von unserem T-Shirt-Verkäufer geschissen. Danach wurde uns nicht mal Bescheid gesagt: "Hier mir ist da irgendwie Kacke rausgerutsch." Die haben nur die Bettwäsche abgezogen, ins Treppenhaus geschmissen und sind abgehauen.

Themenwechsel: Inwieweit hat das Tourleben Einfluss auf eure Ernährungsgewohnheiten?
Rotze: Früher waren wir alle mal Vegetarier und Veganer und so ein Käse. Da gab es Konzertabende, an denen wir beim Catering nur trockene Nudeln mit Toastbrot zur Auswahl hatten. Irgendwann haben wir dann kollektiv mit unseren Idealen gebrochen und alle wieder Fisch gegessen. Ein halbes Jahr lang waren wir sozusagen Pudding-Vegetarier, bis das mit dem Fleischessen wieder komplett eingerissen ist. Jetzt greifen wir an der Raststätte wieder schön zur Bockwurst.

Heimat: turbostaat.de
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Turbostaat auf Tour
7.5. Bochum - Bahnhof Langendreer *** 8.5. Gießen - MUK *** 9.5. Erlangen – E-Werk *** 10.5. Wiesbaden – Schlachthof *** 12.5. Saarbrücken – Garage *** 13.5. Düsseldorf – Zakk *** 14.5. Leipzig - Conne Island *** 15.5. Berlin – Astra Kulturhaus *** 16.5. Rostock - Mau Club


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