- Text: Flo Hayler
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Rock'n'Roll Reiseführer
Mit Wintersleep nach Montreal
Montreal, die Stadt der vielen Brücken, die franko-kanadische Metroploe mit den besten Indie-Bands außerhalb des Vereinigten Königreichs und smart erwählte Heimat von Wintersleep, einer ins bilinguale Exil geflüchteten Band aus Halifax. Wir baten Sänger Paul Murphy um seinen ganz persönlichen Rundgang durch "Mo'realle", die Perle Québecs.
Paul, beherrschst du französisch perfekt oder gerade gut genug, um in Montreal über die Runden zu kommen?
Ich spreche nicht wirklich gut französisch, aber einkaufen oder im Restaurant mein Essen bestellen funktioniert problemlos. Montreal ist - zumindest in seinem Zentrum - tatsächlich weitgehend zweisprachig. Die meisten Franko-Kanadier verstehen zumindest Englisch, auch wenn es nicht alle sprechen können - oder wollen.
Zu welcher Jahreszeit sollte man Montreal einen Besuch abstatten?
Definitiv im Herbst, wenn die Blätter fallen, oder im Frühling. Im Sommer ist es viel zu heiß und viel zu schwül. Im Winter kann man bei Temperaturen von minus 30 bis minus 40 Grad schon mal zu viel bekommen. Allerdings gibt's dafür so viel Schnee, dass man mehrere Monate am Stück Skifahren kann: Die Laurentischen Berge sind keine Autostunde entfernt.
Wenn man nicht so sportlich ist und lieber die Nacht zum Tag macht, wo geht man hin?
Erster Anlaufpunkt ist dabei sicher das "Sala Rosa" (4848 St-Laurent), hier spielen regelmäßig großartige Bands. Am Wochenende zum Bersten gefüllt ist seit Jahrzehnten das "Foufounes Electriques" (87 Rue Sainte-Catherine Est), ein Indie/Rock-Club für die jungen Wilden. Wer lieber Kaffee als Bier trinkt, sollte ins "Café Italia" (6840 St-Laurent) gehen, direkt in Little Italy. Hier in der Gegend um St-Laurent gibt es auch die besten Platten- und Klamottenläden.
Und wenn man bei seinem Streifzug Hunger bekommt, wo kann man gut und günstig essen?
Zum Beispiel in der "Cuisine Caraïbe Delite" (4816 Avenue Du Parc), einem Familienbetrieb mit französisch-guyanischer Küche und dem besten Hühnchen der Stadt. Auch lecker schmeckt es im "Rumi" (5198 Rue Hutchison), einem libanesischen Imbiss, oder "La Chilenita" (152 Rue Napoleon), einem chilenischen Restaurant mit fantastischen Empanadas. Überhaupt gibt es in Montreal viele dieser kleinen, niedlichen Restaurants, die seit Generationen in Familienbesitz sind und traditionelle Gerichte anbieten.
Gibt es in Montreal ein Fleckchen, das in erster Linie die Einheimischen kennen und mögen? Ein Ort, der normalerweise NICHT im Reiseführer steht?
Spontan fällt mir da nichts ein, aber was jeder Besucher sehen sollte, ist der Mont Royal - ein Berg mitten in der Stadt! Dort kann man sogar wandern gehen, außerdem hat man einen atemberaubenden Ausblick über die Stadt. Etwas außerhalb liegt außerdem der Freizeitpark "La Ronde" (22 Chemin MacDonald, Ile Sainte-Hélène) mit dem "Goliath", einer riesigen Achterbahn.
Gibt es etwas, das man in Montreal lieber nicht tun oder sagen sollte?
Man sollte vermeiden, das Wort "Tabernacle" zu verwenden, denn im Französischen ist "tabernac" eines der härtesten Schimpfworte, die es gibt. Das kann schon mal zu Missverständnissen führen...
Text: Flo Hayler
Heimat: wintersleep.com
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