- Text: Natascha Siegert
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Rock'n'Roll Reiseführer
Mit Parlotones nach Südafrika
Na? Schon im WM-Fieber? Dann packt euren Reiseführer mal schön wieder aus, denn wer zur diesjährigen Fußball-WM an den Ort des Geschehens fahren möchte, sollte Augen und Ohren jetzt ganz weit aufsperren. Für euch haben wir die die Brüder Paul und Glenn Hodgson von den südafrikanischen Parlotones nach den besten Live-Clubs, Naturschönheiten und Transportmitteln ihrer Heimat befragt.
Was sollte man in Südafrika als erstes tun?
Paul Hodgson (Gitarrist): Es klingt vielleicht nach einem Klischee, aber als Erstes würde ich einen Ausflug in ein Wildreservat machen. Der Kruger-Nationalpark ist wohl der ideale Ort, um Tiere in freier Wildbahn bewundern zu können. Meines Wissens nach ist er von der Fläche sogar noch größer als Großbritannien.
Was ist Südafrikas Musik-Hochburg?
Paul: Das ist wohl unsere Heimatstadt Johannesburg. Dort gibt es sehr viele Karaoke-Bars, Clubs und Live-Musik-Bars. Das „Bohemian“ (5 Park Road, Ecke Park und Menton Road, Richmond) beispielsweise ist eine sehr coole Location. Hier spielen des Öfteren noch unbekannte Bands und einige unserer Freunde legen dort als DJs jeden Abend coole Musik auf. Wenn man in Kapstadt ist, sollte man ins „Mercury-Live“ (DeVilliers St 43, Zonnebloem) gehen. Dort haben fast alle Bands aus Südafrika schon einmal gespielt.
Inwieweit beeinflusst die anstehende WM schon jetzt das Leben der Menschen in Südafrika?
Paul: Am meisten merkt man am Verkehrsstau, dass bald die WM losgeht. In Südafrika wird seit ein paar Monaten ein Großteil des Straßennetzes erneuert und erweitert. Dann werden die Fußballstadien rundum renoviert oder sogar fast neu hochgezogen. Außerdem wird gerade eine Schwebebahntrasse gebaut. Es ist schon sehr interessant zu sehen, wie sich jeden Tag etwas verändert. Manchmal kann es aber auch ganz schön nerven.
Gibt es irgendwelche Gegenden in Johannesburg, die man besser nicht betreten sollte?
Glenn Hodgson (Bass): Ich würde nachts nicht mehr in das Stadtzentrum von Johannesburg gehen. Vor allem den Bezirk Hillbrow sollte man meiden, wenn es dunkel geworden ist. Aber ansonsten kann man sich eigentlich frei bewegen.
Gibt es immer noch Überbleibsel aus der Zeit der Apartheid?
Paul: Wenige. Vor kurzem wurde Eugene Terre’Blanche, Anführer der rechtsextremen Buren, ermordet. Das hat etwas für Aufruhr gesorgt. Für die Generation von heute ist diese Zeit jedoch nicht mehr greifbar. Meine Tochter ist fünf. Sie wächst mit dunkelhäutigen, indischen und weißen Kindern auf und ihr ist es egal, welche Hautfarbe ihre Freunde haben.
Eure kompetente Meinung ist gefragt. Wer wird die WM gewinnen?
Paul: Natürlich wünschen wir uns, dass Bafan Bafana, das südafrikanische Team, gewinnen wird. Die Chancen stehen jedoch nicht so gut, glaube ich. Unser Schlagzeuger Neil kommt aus Holland und hofft natürlich, dass das die Oranjes gewinnen werden. Ich bin aber eigentlich unparteiisch. Bei jeder WM gibt es eine andere Mannschaft, der ich die Daumen drücke.
Text: Natascha Siegert
Heimat: the-parlotones.de
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