- Text: Christine Stiller
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Im Tourbus mit
Panteón Rococó
Mexikanische Straßen sind gefährlich. Gleiches kann unter Umständen auch für Konzerte in Nordbrandenburg gelten, wie uns Panteón Rococó-Sänger Dr. Shenka berichtet. Doch neben allem Bösen, das diese Welt zu bieten hat, lernen er und seine Bandkollegen auf ihren zahlreichen Touren auch nette Menschen kennen – selbst, wenn die dann nur über dreckige Matratzen verfügen.
Was macht eine Reise auf mexikanischen Straßen besonders gefährlich?
Die Situation in Mexiko ist momentan schon fast vergleichbar mit der in Kolumbien. Die Autobahnen sind durch den Krieg der Armee gegen die Drogenmafia sehr gefährlich geworden. Schießereien und Entführungen sind leider keine Seltenheit. Trampen solltet ihr in Mexiko besser gleich gar nicht.
Was ist das Widerlichste, was dir bislang auf Tour begegnet ist?
Das mit Abstand Widerlichste war ein Naziangriff, den wir vor fünf Jahren in Neuruppin erleben mussten. Dieser Vorfall hat mich so stark geprägt, dass ich begonnen habe, mich noch intensiver mit dem Thema Rassismus in Deutschland, in Mexiko und weltweit auseinanderzusetzen.
Was war der ungemütlichste Ort, an dem ihr auf Tour campieren musstet?
Dazu gehörten mit Sicherheit die besetzten Häuser in Europa. Die Shows waren immer grandios, proppenvoll und mit einer außergewöhnlichen Energie aufgeladen. Nach den Konzerten mussten wir dann aber meistens in sehr dreckigen Matratzenlagern schlafen. Ich habe nie verstanden, warum Anarchismus und Schmutz zwangsläufig zusammengehören.
Wo hat man dir den stärksten Drink deines Tourlebens serviert?
In Mexiko bin ich mal ziemlich merkwürdig auf sehr starken Mezcal abgegangen und in Chemnitz habe ich ein Bier namens Velvet probiert. Das hat direkt reingehauen. Normalerweise mag ich aber Bourbon.
Wer war die abgefahrenste Person, die ihr je kennengelernt habt?
Vor Jahren haben wir in Dänemark einen Typen getroffen, der uns so gut fand, dass er anschließend auf fast allen Konzerten in Europa war. Später hat er in seiner Heimatstadt Hameln eine Panteón Rococó-Show organisiert, nur damit Freunde und Familie uns sehen konnten. Unglaublich.
Text: Christine Stiller
Heimat: panteonrococo.com
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