- Text: Robert Goldbach
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You Say Party! We Say Die!
Schicksalsschläge
Es gibt Bands, die haben einfach Glück. Und es gibt You Say Party! We Say Die!
17. April 2010: YSP!WSD! beenden in ihrer Heimatstadt Vancouver ihre erste Kanada-Tour nach Beendigung der Studioaufnahmen. Plötzlich bricht Drummer Devon Clifford mitten während des Konzerts ohnmächtig zusammen.
Clifford wird augenblicklich in die Klinik gefahren. Dort diagnostizieren die Ärzte eine Hirnblutung auf Grund eines bislang unentdeckten Geburtsfehlers. Sängerin Becky Nuncovic hält die Fans via Twitter auf dem Laufenden: „Wir sind am Boden zerstört und versuchen, die Hoffnung aufrecht zu erhalten. Devon braucht ein Wunder“ textet sie noch um 6 Uhr 48 aus dem Wartesaal. Doch nur wenige Stunden später wird es traurige Gewissheit: „R.I.P. Devon Clifford 1979-2010“ lautet ihr bislang letztes Statusupdate auf Twitter und Facebook.
Der tragische Verlust eines Bandmitgliedes trifft die Band umso härter, da die Mitglieder sich im Zuge der Aufnahmen ihres neuen Albums ‘XXXX‘ erst als Band, Freunde und Familie neu zusammengefunden haben. Vorangegangen war ein schleichender innerer Zerfallsprozess der Band, die mit ihren ersten Alben ‘Hit The Floor‘ und ‘Lose All Time‘ in hoher Geschwindigkeit durchstartete. Während weltweit immer mehr Fans ihre Ärsche zum Dance-Punk von YSP!WSD! bewegten, stauten sich innerhalb der Band Missverständnisse, Ärgernisse, unausgesprochene Animositäten und Unzufriedenheit auf, bis sie schließlich in einer handfesten Prügelei in Berlins „Rock‘n’Roll Herberge“ eskalierten. Der Punkt, an dem die Band fast auseinandergebrochen wäre, sollte den Wendepunkt markieren.
Nach diversen durchdiskutierten Nächten fanden die fünf schließlich wieder zueinander und arbeiteten an neuen Songs. Das resultierende Album ‘XXXX‘ ist sowohl Mittel als auch Ergebnis dieses Heilungsprozesses und steht direkt im Zeichen der neugefundenen Liebe zueinander: die vier X, die in gleich drei Songtiteln auftauchen, lassen sich direkt ersetzen durch die Buchstaben L-O-V-E. Erstmals ließ sich die Band Zeit: acht Monate dauerten die Aufnahmen, an dessen Ende sich die Kanadier als New-Wave-Band neu erfunden haben. Wie es nun weiter geht? Bassist Stephen O’Shea dazu: „Wir trauern erst einmal gemeinsam und einzeln. Über die Zukunft der Band ist noch nichts entschieden. Das werden wir in den kommenden Monaten bekannt geben.“ Wünschen wir ihnen Glück.
Text: Robert Goldbach
Heimat: yousaypayrtywesaydie.ca
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