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Bild: We Are Scientists
  • Text: Timo Richard
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We Are Scientists
Erfolg als Wissenschaft


Mit popkulturellen Erfolgsformeln kennen sich die New Yorker We Are Scientists aus. Ihre neueste hört auf den Namen ’Barbara’ und schreibt die Geschichte des Trios als busy busy Band fleißig fort.

Dem Gitarren-Rock stehen harte Zeiten ins Haus: Das Erfolgsmodell „vier unrasierte Jungs in engen Hosen“ kann sich angesichts einer nicht zu versiegen scheinenden Flut von Beats pitchenden Elektro-Damen für die nächsten fünf Jahre schön in die Raucherecke verziehen. Das wissen auch die Pop-Rock-Wissenschaftler Chris Cain und Keith Murray. „Ich wünschte, ich wäre eine Frau Anfang 20. Dann hätte ich jetzt die beste Zeit meines Lebens“, grinst Sänger Murray. Wenn die beiden Kompagnons und ihr Ex-Razorlight-Schlagzeug-Neuzugang Andy Burrows nicht sowohl geschlechts- als auch altersspezifisch komplett neben der Spur liegen würden, wäre vielleicht alles ganz anders gekommen. Denn Murray hat als aufmerksamer Pop-Kultur-Analytiker längst die Formel für den Durchbruch gefunden. „Was man aus der aktuellen Entwicklung von Pop-Musik lernen kann, ist, dass es oft nur einen seltsamen Synthie-Sound braucht, um ein Lied zu retten“, ereifert er sich über Songs aus der Feder von Hit-Produzent Dr. Luke, der Elektro-Pop-Barbie Ke$ha und Grinsekatze Miley Cyrus die Charterfolge zusammenlötet. Aber weil man eben nur ein XY-Chromosomenpaar vorzuweisen hat und auch ansonsten recht wenig weibliche Reize sein Eigen nennen kann, greifen We Are Scientists mit ’Barbara’ auf das zurück, was sie am besten können: Pop-Rock mit ironischer Schräglage.

Natürlich, im direkten Vergleich zur letzten Katy Perry-Single erscheint ein gitarrenbetriebenes Power-Pop-Album wie ’Barbara’ fast wie ein Anachronismus. Im Falle von We Are Scientists ist es aber vor allem ein Statement, denn Murray, Cain und Burrows orientieren sich nicht nur musikalisch an großen Vorbildern. „Weezers komplett unmodernes ’Green Album’ war das Vorbild für ’Barbara’. Melodische Uptempo-Stücke ohne Schnörkel“, gesteht Chris Cain. ’Barbara’ erscheint als erstes Album auf dem bandeigenen Label Master Swan. Darüber hinaus arbeitet die Band an einem Nachfolgeformat für ihre TV-Serie ‘Steve Wants His Money‘. Einem Medienimperium steht auch ohne Dr. Lukes Hilfe nur noch wenig im Wege.

Text: Timo Richard Foto: Andy Wilsher
Heimat: wearescientists.com


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