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Bild: Refused
  • Text: Florian Hayler
  • Fotograf: Ricky Adams
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Refused
Nie wieder Grand Prix


Während sich Dennis Lyxzén zwölf Jahre nach dem Split von Refused noch immer auf Kleinstbühnen austobt, haben die übrigen Ex-Mitglieder der legendären HC-Fraktion aus dem schwedischen Umeå mit der Musik weitgehend abgeschlossen. Mit der Wiederveröffentlichung ihres genredefinierenden Albums „The Shape Of Punk To Come“ mehrten sich jedoch Gerüchte über eine mögliche Reunion von Refused, die Ex-Gitarrist Kristoffer Steen allerdings für wenig möglich hält.
Kristoffer, wenn du deinen Ex-Refused-Kollegen heute zufällig begegnest, fühlst du noch immer eine Verbindung zwischen euch?
Absolut. Das ist bei den intensiven Erfahrungen, die wir miteinander teilten, auch unvermeidlich und wird sich in Zukunft auch nicht ändern. Wir sind stolz auf das, was wir mit Refused erreicht haben und freuen uns immer, wenn wir uns treffen, wenn auch meist nur durch Zufall. Wir wohnen allerdings so nah beieinander, dass wir theoretisch sogar gemeinsam jammen könnten. (lacht)

Wenn man sich die dem Re-Release von „Shape“ beiliegende Dokumentation anschaut, fällt auf, dass ihr teils nur vor einer Hand voll Leute gespielt habt. Waren Refused ihrer Zeit zu weit voraus?
Unserer Zeit voraus? Das hört sich zu hart, zu glorreich an. Sagen wir so: In dem zeitlich und musikalischen Kontext, in dem „Shape“ erschien, war das Album vielleicht zu wild oder zu eklektisch.

Aber hat es Hardcore nicht nachhaltig geprägt und unzählige Bands beeinflusst?
Mir fällt schwer, das zu erkennen. Vielleicht oberflächlich betrachtet, ja. Vielleicht haben sich einige Bands an unserem Look bedient. Aber nicht an unserem Sound. Für mich klingt Hardcore heute wie weinerlicher Emo, ich fühle in keinster Art und Weise eine Affinität zu den heutigen Bands. Ich hoffe, ich klinge nicht zu negativ, aber das ist meine Meinung.
Es heißt, es gäbe noch ein verlorenes, unveröffentlichtes Refused-Album. Was ist damit passiert?
Was meinst du damit, ein „verlorenes“ Album?

Eine Platte, die drei von euch nach dem Split von Refused alleine, ohne Dennis, aufgenommen haben.
Oh, ich glaube, die meisten Songs haben wir auf dem TEXT-Album verarbeitet. Das war unser Projekt im Anschluss an Refused. Das Album ist so obskur und bizarr, dass sich jedem Refused-Fan der Magen umdrehen würde. Es war eine Mischung aus Dennis’ Singer/Songwriter/Kammermusik und unserem lächerlichen, avantgardistischen Soundbrei.

Hat Dennis das Album gehört?
Ich glaube schon. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hat er sogar auf einigen Songs gesungen. Es sollte ursprünglich ein Doppelalbum werden.

Die musikalischen Enden zwischen euch und Dennis scheinen extrem weit auseinander gelegen zu haben.
Wir waren wie KISS ohne Make-Up: Jeder hat sein eigenes Süppchen gekocht. Und wie so oft, wenn so etwas passiert, klingt das Ergebnis fürchterlich. Ich bin also froh, dass dieses Album niemals im Refused-Kontext veröffentlicht wurde. Die Fans wären sprachlos gewesen, so lächerlich hätte es geklungen.

Als Dennis zwei Wochen nach der Auflösung von Refused bereits seine nächste Band gründete, was habt ihr dabei gefühlt? Neid, Wut, Erleichterung?
Es liegt in Dennis’ Natur, einfach weiter zu marschieren und niemals zurück zu schauen. Er gründet ja auch heute noch ständig Projekte. Wir wollten damals unbedingt raus aus dieser Welt und der Bandsituation, deshalb hat keiner von uns Dennis beneidet, als er sich mit vollem Körpereinsatz ins nächste Abenteuer stürzte. Im Gegenteil: Ich spürte pure Erleichterung, als alles vorbei war. Ich hatte eine großartige Zeit mit Refused, wir haben ein paar magische Auftritte absolviert, aber ich muss das nicht noch einmal haben.

Das heißt, eine Reunion von Refused ist nicht unmöglich, aber in weiter Ferne?
Wir hatten ein paar Angebote, aber es würde sich einfach billig anfühlen, wenn wir jetzt wieder Konzerte spielten. Ich kann mich an keine Reunion erinnern, die besser war als das Original. Und mal ehrlich: Unsere Shows würden sicher nicht so explosiv und intensiv werden wie die Konzerte, die wir als wütende 22-Jährige gespielt haben. Aber genau das war unser Trademark! Heute stünden nur ein paar Typen auf der Bühne, die sich dabei unwohl fühlen. Das wäre alles andere als ein aufregendes Erlebnis - für alle Beteiligten...

Text: Flo Hayler
Heimat: myspace.com/refused


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