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Bild: The Magic Numbers
  • Text: Marcus Willfroth
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The Magic Numbers
(Nicht) jeder Schuss ein Treffer


Wahre Künstler sind immer dann am besten, wenn sie hemmungslos leiden. The Magic Numbers trauen dieser Philosophie nicht über den Weg und suchen mit ‘The Runaway‘ lieber die allumfassende Glückseligkeit.

The Magic Numbers bereiten sich gerade auf ihren ersten öffentlichen Schaulauf seit vier Jahren vor und Frontmann Romeo Stewart ist die Ruhe selbst: „Wir waren nicht zwei Jahre im Studio, um jetzt Muffensausen zu bekommen. Die Songs haben viel Kraft gekostet und waren jede Mühe wert.“ Die Rede ist vom neuen, dritten Album ’The Runaway’, das die Magic Number nach vierjähriger Albumpause endlich im Kasten haben.

Länger als erwartet richteten sie sich damit im heimischen Studio nahe London ein und nicht alles lief so selbstverständlich, wie man angesichts des vergnügt wirkenden Indie-Quartetts glauben mag. „Die ersten beiden Platten gingen leicht von der Hand. Ab in den Aufnahmeraum, den Rec-Button gedrückt und fertig – diesmal verlangten wir mehr von uns und verwarfen eine ganze Reihe Ideen, bevor schließlich alles passte. Der Anspruch hat sich eben geändert“, ergänzt Romeos Schwester Michele und lehnt sich gelassen in die knallrote Stoffcouch. Es sei ihr vergönnt, denn im Gegensatz zu den hoch gelobten Vorgängern ist ‘The Runaway‘ ein fast sperriges Werk. Eines, das nicht länger nur poppig daherkommt, sondern erstaunlich viele Ecken und Kanten präsentiert.

„Trotz der Akribie gab es aber keine unkontrollierbaren Situationen oder Rückschläge. Wir haben uns schlicht und ergreifend mehr Zeit gelassen, und wenn ‘The Runaway’ eines auszeichnet, dann, dass es nicht deprimiert das Leben anprangert. Vielmehr sucht die Platte die schönen Momente, an die man sich gerne erinnert.“ Blumenkinder wider Willen sind die Magic Numbers zwar nicht, aber mehr Harmonie wäre sicher schwer erträglich. So ist ‘The Runaway‘ ein Statement gegen die These des leidenden Singer/Songwriters und beweist, dass ein wenig Zuversicht niemals schaden kann. Den Magic Numbers schon gar nicht.

Text: Marcus Willfroth
Heimat: themagicnumbers.net


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