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Ikaria
Jahreszeitenlos
Es ist selbstverständlich immer interessant zu hören, was Bands aus Alben machen - genauso spannend kann es sein, zu verfolgen, was Alben aus Bands machen.
Mit dem zweiten Longplayer ’Luxembourg’ hat sich die junge Berliner Formation Ikaria sortiert und ihre sehr unterschiedlichen Wurzeln unter einen Hut gebracht, auch wenn sie „daran fast zerbrochen wären“, wie Sänger Hendrik Schäfer berichtet. Weiter voneinander entfernt kann man auch kaum sein: Die Mitglieder stammen sowohl aus der Hardcore- als auch der Jazzszene. Das hört man den düster sphärischen Momenten, die Ikaria mit ihrer Musik erzeugen, nicht unbedingt an, aber sie zeigen, wie sich unterschiedliche Inspirationen zusammenfügen können.
Bei bitterer Kälte wurde ’Luxembourg’ im verschneiten Schweden aufgenommen. Ein perfektes Szenario für diese gefühlvolle, ernsthafte Musik. Ihr Produzent Mathias Oldén stellte die Band dabei vor eine große Herausforderung. Er akzeptierte im Studio nur Live-Aufnahmen, „um den Soul der Musik einzufangen“. „Es war hart für uns“, erinnert sich Hendrik. Die Band stand vor der Aufgabe, den eigenen Begriff von einer perfekten Aufnahme neu zu definieren. „Ihr seid richtige Deutsche“, sagte Mathias immer wieder, „alles soll superkorrekt sein“. Ikaria mussten abwägen, ob es stimmiger ist, „das Album tight aufzunehmen oder mit mehr Gefühl“. Die Entscheidung, Fehler zuzulassen und der Musik mehr Leben einzuhauchen, schlug sich auf die gesamte Spielweise nieder. „Wir sind einen Schritt zurückgegangen. Wir hatten auch live mit Klick und sehr tight gespielt, aber das haben wir nun über Bord geworfen und achten nun mehr darauf, als Band zusammenzuspielen, denn eine Band ist mehr als die Summe ihrer Teile.“
Text: Katharina Schulze-Geißler
Heimat: ikariaband.net
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