- Text: Christine Stiller
- Fotograf: Alicia Rose Toast
-
Mit Menomena
Nach Portland, Oregon
Portland ist eines DER musikalischen Epizentren der USA. Auch das lustige Indie-Trio Menomena residiert in dieser Kreativhochburg des Indie- und Punkrock. Danny Seim und Justin Harris bereiten euch heute mit den besten Tipps zu Clubs, Bars, Shopping und siruphaltigen Kalorienbomben auf einen Streifzug durch Portlands Nachtleben vor.
Viele gute Bands kommen aus Portland. Wieso ist die Stadt ein Ballungsraum der Kreativität?
Justin: Es ist dunkel, kalt und verregnet. Deshalb müssen alle Aktivitäten in Innenräumen stattfinden. Aus Städten mit Strandkultur kommt meist nicht so viel gute Musik. Ich meine, Baywatch hat keinen guten Soundtrack, oder?
Danny: Portland ist außerdem eine verhältnismäßig günstige Stadt und nicht besonders groß. Die Bands kennen sich untereinander und unterstützen sich gegenseitig.
Wo finden gute Konzerte statt?
Danny: Im „Crystal Ballroom“ (1332 W. Burnside ), einem Konzertsaal für etwa 1.500 Besucher, werden viele Gigs gespielt. Das ist wirklich schön dort. Es war ursprünglich ein Ballsaal. Der Boden besteht aus Holz und federt - das heißt, niemand zertrümmert sich die Knie, wenn er beim Stagediving nicht aufgefangen wird.
Welche anderen Clubs oder Bars könnt ihr empfehlen?
Justin: Ein kleineres, 300 Besucher fassendes Venue ist die „Doug Fir Lounge“ (830 E Burnside). Einer unserer Freunde hat die Innengestaltung gemacht und alles mit Holz ausgekleidet. Sehr schön. In der oberen Etage gibt es das Jupiter Hotel, wo auch meist die Bands übernachten, die dort spielen. Da laufen sicher viele interessante Dinge ab: Eine Treppe hoch für Hasch und Huren!
Danny: Bei mir um die Ecke ist noch das „Mississippi Studio“ (3939 N. Mississippi). Die Leute in Portland gehen aber meistens ohnehin eher zu Basement-Shows, bei denen Bands in irgendwelchen alten Häusern spielen. Da kommt man allerdings nur über Freunde und mit Einladung rein.
Justin: Eine gute Bar, ebenfalls bei Danny um die Ecke, ist das „Tiga“ (1465 NE Prescott St). Hier gibt’s nette Leute, Ausstellungen und Getränke zu moderaten Preisen.
Wie müssen wir uns zurechtmachen, um beim Ausgehen nicht gleich als Touristen erkannt zu werden?
Danny: Momentan wird es in Portland als cool angesehen, sich riesige Bärte wachsen zu lassen und karierte Flanell-Hemden zu tragen. Portland versucht, authentisch Punkrock zu sein. Das klappt nicht immer. Die Frisur darf aber jedenfalls nicht so aussehen, als hätte man tatsächlich drei Stunden dafür gebraucht.
Justin: „The Red Light Clothing Exchange“ (3590 SE Hawthorne Blvd) und „Local 35“ (3556 SE Hawthorne Blvd) in der Haupteinkaufsstraße sind gute Läden, die sorgfältig ausgewählte Second-Hand-Klamotten anbieten, auch wenn diese etwas teurer sind.
Euer Geheimtipp:
Danny: “Voodoo Doughnut” (22 SW 3rd Avenue). Ich empfehle die „Bacon-Maple Bar“ – einen Donut mit Ahornsirup und Speck.
Interview: Christine Stiller & Lena Klenke
Text: Christine Stiller
Heimat: menomena.com
Auch gut: „Mines“, das neue Album von Menomena
ANZEIGE
