- Text: Frank Thiessies
-
Royal Republic
Mehrheitsfähig majestätisch
Potenzielle Tanzflächenfüller voraus. Royal Republic aus Schweden schicken sich an, das Erbe der Hives anzutreten.
Optisch eher dem ebenfalls majestätischen Franz Ferdinand-Familienstamm entsprungen, hätten wir somit auch schon die zweite Referenzquelle, die den Hoheitsfaktor der nächsten Regenten ausmacht. Rein musikalisch regieren indes Rock, Brit-Pop und eine punktierte Portion funky Vorwärtsdrang mit variabler Beinfreiheit die bewusst knapp kalkulierten Kompositionen des Debüts ’We Are The Royal’: „Unser oberstes Gebot bei dieser Platte war, dass man jeden Song, nachdem man ihn einmal gehört hat, sofort immer und immer wieder hören kann und will“, erklärt Sänger Adam Graham das Repeat-Tasten-Prinzip als Imperativ und behält damit auf Albumlänge tatsächlich Recht. Ähnlich knapp wie die Spielzeit der Stücke fällt dann auch die Antwort auf die musikalischen Vorlieben und Parkett-Vorlagen des Vierers aus. „Privat hören wir alles. Von Bob Dylan bis Metallica. Aber das hat keinen entscheidenden Einfluss auf die Musik, die wir schreiben. Ich selbst tanze auch gar nicht so gerne, sondern schreibe lieber die Musik für Leute, die gerne den Dancefloor unsicher machen.“ Manchmal müssen sich eben auch Hochwohlgeborene der Allgemeinheit untertänig erweisen.
Kennen gelernt haben sich die Blaublut-Brüder übrigens auf einer Malmöer Musikschule mit den ehernen Absichten, Harmonielehrer oder ähnlich absurd-staatlich Anerkanntes zu werden. Doch diesem bürgerlichen Werdegang kam ausgerechnet eine Danko Jones-Tribut-Nacht in die Quere. „Ein Freund hatte mich eingeladen, da mitzumachen und einen Song zum Besten zu geben“, erinnert sich Adam. „Witzigerweise waren genau die drei anderen Jungs, die jetzt die Band ausmachen, ebenfalls im Publikum. So haben wir uns kennen gelernt und nach drei Proben beschlossen, mit Royal Republic richtig ernst zu machen.“ Der Rest ist Geschichte, oder hat zumindest das Zeug dazu. „Wir wollen nicht wie arrogante Rockstars rüberkommen und benehmen uns fernab der Bühne auch niemals so wild. Da frisieren wir uns lieber gegenseitig. Nein, Spaß beiseite. Man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen. Die Hauptsache ist, dass unsere Musik Laune macht. Wir sind keine Comedy-Band, aber ich finde, Songtexte müssen eben auch nicht immer bierernst sein“, bekräftigt Adam die omnipräsente Aura zwischen Adel und Augenzwinkern, die sich nicht nur in der unprätentiösen Lyrik der Band und Songs wie ‘Underwear’ niederschlägt. Beste Voraussetzungen für noch mehr königliches Amüsement.
Text: Frank Thießies Heimat: myspace.com/royalrepublicsweden
ANZEIGE
