- Text: Timo Richard
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Kids In Glass Houses
Anfängerfehler
Kids In Glass Houses veröffentlichen ihr zweites Album ‘Dirt‘ und wundern sich über ihre eigenen Fähigkeiten.
„Wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst, kannst du oft Unglaubliches vollbringen.“ Zum Beispiel ein zweites Album. Aled Phillips, Sänger der walisischen Kids In Glass Houses, hat zwei Jahre hinter sich, in denen ihn oft die Sorge umtrieb, sein Kopf könne platzen. Zwei Jahre, in denen seine Schülerband zumindest auf der britischen Insel zu einem Hallen füllenden Fulltime-Job geworden ist. Zwei Jahre, in denen sie über den ganzen Erdball getourt sind und Ansichtskarten und Schneekugeln eingekauft haben. Und in denen die Kids jede Menge Lehrgeld bezahlen mussten. „Es ist wirklich schwierig, sich darüber klar zu werden, ob deine Band überhaupt noch den gewünschten Kurs fährt, wenn dir die Dinge permanent um die Ohren fliegen. Wir hatten in der Zeit, seit unser Debüt erschien, eigentlich keinen Moment, in dem wir durchatmen und das Erreichte genießen konnten. Als wir von der letzten Tour nach Hause kamen, rief das Label an und wollte direkt ein nächstes Album. Wir hatten aber noch gar nicht über neue Songs nachgedacht.“ Phillips ist fernab davon zu jammern, aber seinen Ausführungen ist das Erstaunen über den Arbeitsplatz Rock-Band durchaus anzumerken.
Tatsächlich werden Kids In Glass Houses gemeinsam mit ihren künftigen Tourkollegen von You Me At Six seit Erscheinen ihres Debüts ’Smart Casual’ ordentlich durch die Kerrang!-Arena getrieben. Wer aus dem Stand zu Chart-Ehren kommt, muss eben mit Konsequenzen rechnen. „Es war natürlich blöd von uns, nicht an ein zweites Album zu denken. Aber wir denken eben nicht in Business-Plänen über unsere Band.“ So skeptisch sich Phillips im Interview auch über die Mechanismen des Showbiz auslässt – ‘Dirt‘ ist trotz aller Hektik im Vorfeld seiner Entstehung zu einem ambitionierten Breitwand-Album geworden. „Wir haben uns beim Schreiben der Songs selbst überrascht. Vor zwei Jahren hätte ich mir wahrscheinlich eine Bombast-Ballade wie ’The Morning Afterlife’ nicht zugetraut, aber diesmal kam sie einfach von ganz alleine“, berichtet Aled. „Es war richtig befreiend Dinge zu tun, die manchen Leuten vielleicht zu aufgepustet sind.“ Ob die Kids demnächst Pause machen können, dürfte fraglich sein.
Text: Timo Richard
Heimat: kidsinglasshouses.com
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