- Text: Flo Hayler
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1000 Robota
Fremd im eigenen Land
Nachdem 1000 Robota mit ihrem Debütalbum ’Du Nicht Er Nicht Sie Nicht’ gut ausgeteilt haben, mussten sie in den Monaten danach auch gut einstecken: Als Antwort auf ihre große Fresse ernteten die drei Hamburger verbale Fausthiebe von Presse, Publikum und zu Feinden mutierten Ex-Homies. Entschuldigen muss sich dafür keiner.
Trotz des neverending Gegenwinds haben 1000 Robota mit ihrem neuen Album ’Ufo’ keine geläuterte Kehrtwende eingeschlagen, sondern verabreichen ihrem kantigen Profil ein reiferes, reflektiertes Facelift. Wo auf dem Debütalbum noch in jeder Nische eine mit Tacker an die Stirn genagelte Parole lauerte, kommen 1000 Robota heute langsam und mit Bedacht durch die Nebentür, ohne jedoch an Brisanz eingebüßt zu haben. Mit Songs weit über der Vier-Minuten-Marke schuf das Trio um Sänger Anton Spielmann einen zähen, an den Nerven zerrenden Bastard aus phrasenbefreitem, implodierendem Noise und Dark-Pop. Neben dem Anspruch, musikalisch neue Territorien zu bespielen, haben 1000 Robota auch die ihnen so verhasste deutsche Sprache in ihren eigenen Slang umgearbeitet, der - trotz ihres vermeintlich intellektuellen Goldenen Zitronen-Umfelds - angenehm unverkopft klingt. Der Wechsel von ’Tapete’ zum Zitronen-Label ’Buback’ und die Zusammenarbeit mit Ted Gaier als ’Ufo’-Produzent ist der versöhnliche Schulterschluss zweier Generationen, die sich auf einem gemeinsamen, Haltung, Meinung und Anspruch vereinenden Level treffen: „Wir bewegen uns in einem geistreichen Umfeld, nicht in einer intellektuellen ’Szene’“, sagt Spielmann. „Uns verbindet der Wunsch, die deutsche Sprache so zu entfremden, dass etwas Neues entsteht. Wir wollen sie mit ihren eigenen Mitteln schlagen. Darum geht es.“
Text: Flo Hayler Heimat: 1000robota.com
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