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Bild: Life's a Mixtape
  • Text: Patrick Heidmann
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Life's a Mixtape
Heute mit N.E.R.D.


Bei ihrem Debüt vor neun Jahren wagten sich N.E.R.D. alias Pharrell Williams, Chad Hugo und Shay Haley noch an eine Mischung aus HipHop und Rock, die damals alle überraschte, die mit dem von Pharrell und Chad etablierten Neptunes-Sound gerechnet hatten. Im Erfüllen von Erwartungen ist das Trio auch bei Album Nummer Vier nicht besser: Denn während von den rockigen Gitarren auf „Nothing“ kaum noch etwas zu hören ist, setzt N.E.R.D. mehr denn je auf Soul – und die Hippie-Klänge der Siebziger. Grund genug, mal nachzufragen, welche Songs sie früher und heute beeinflusst haben.

Die Anspielungen an die Siebzigerjahre sind auf „Nothing“ nicht zu überhören. Wie kommt’s?
Pharrell: Wir hatten einfach das Gefühl, dass die Zeiten heute ähnlich sind wie damals. Genau wie in den Siebzigern sind die Probleme auf der Welt nicht mehr zu übersehen und allmählich wachen die Leute auf und kämpfen für Veränderungen. Der einzige Unterschied ist, dass damals die Laune der Menschen besser war – und um dagegen etwas zu tun, haben wir das neue Album aufgenommen.

Welche Songs aus der Zeit haben euch den am meisten geprägt?
Pharrell: Die Frage ist eher: welche nicht? Den Einfluss von The Doors und America hört man auf „Nothing“ definitiv heraus. Auf jeden Fall auch die Filmmusiken von Ennio Morricone. Aber auch die frühen Alben von Earth, Wind & Fire aus der ersten Hälfte der Siebziger waren verdammt cool. Mit der Musik der Jungs bin ich aufgewachsen.
Zumindest auf den ersten N.E.R.D.-Alben waren jede Menge Rock-Elemente hörbar. Woher kamen damals diese Einflüsse?
Shay: Bei mir definitiv von Bands wie Soundgarden oder Nirvana, die ich in meinen letzten Teenager-Jahren gehört habe, also zu der Zeit, als ich Pharrell und Chad kennen lernte. Ich habe auch viel Marilyn Manson gehört, von dem ich bis heute ganz frühe Songs wie „Lunchbox“ am stärksten finde. Aber insgesamt würde ich trotzdem behaupten, dass alte Soul-Klassiker von Isaac Hayes oder der HipHop von KRS-One und The Pharcyde für meine musikalische Prägung noch ein bisschen wichtiger waren als Rock-Musik.

Oft hört man ja als Teenager auch Musik, für die man sich später schämt...
Shay: Ich nicht! Na gut, Guns’n’Roses finde ich heute nicht mehr so super wie früher. Aber Songs wie „Black Hole Sun“ oder „Smells Like Teen Spirit“ waren und sind doch einfach geniale Nummern.

Ihr kennt also nicht das Gefühl, einen Song toll zu finden, obwohl man eigentlich weiß, dass das nicht wirklich gute Musik ist?
Pharrell: Ich glaube einfach nicht an dieses Konzept der ‘guilty pleasures’. Entweder ist ein Song gut oder nicht. Wenn man sich davon angesprochen fühlt und Spaß hat, wenn er Emotionen in dir weckt – dann kann er nicht schlecht sein. Es mag natürlich sein, dass andere widersprechen und das Lied für Mist halten. Aber meiner Meinung nach kann Musik nie etwas sein, für das man sich schämen muss.

Und was hört Ihr aktuell?
Shay: Eine meiner Lieblingsbands derzeit sind Grizzly Bear aus Brooklyn. Aber ich stehe auch auf B.o.B oder Drake. Und auf dieses blonde Chick, Robyn. Die ist cool!
Pharrell: Q-Tips Album „Kamaal/The Abstract“ ist genial, das höre ich auch ein Jahr nach der Veröffentlichung noch dauernd. Und in Sachen R’n’B haben wir gerade mit unserer Freundin Rhea an dem Debütalbum ihrer Band Jealous Lover gearbeitet. Das Ding ist der Hammer!

Text: Patrick Heidmann
Heimat: n-e-r-d.com


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