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Bild: Auf der Couch mit
  • Text: Ben Foitzik
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Auf der Couch mit
Dave Wyndorf (Monster Magnet)


Wer wird der Nächste im Club der toten Rock-Legenden? Dave Wyndorf etwa? Bitte nicht, der Mann macht mit Monster Magnet noch immer viel zu gute Musik! Seine Vita aber liest sich wie Sodom und Gomorrha: Sexorgien, Tablettensucht, Defibrillator – was treibt diesen vollblutrockenden Monstermagneten bloß um?

Inwiefern hat Rock-Musik deine Persönlichkeit geformt?
Sie hat mir geholfen, mich selbst zu erkennen. Vor Monster Magnet wusste ich nichts mit meiner Kreativität anzufangen und hatte kein Ziel im Leben. Der Rock hat dann den Schleier von meiner wahren Persönlichkeit gelüftet.

Hast du mit deinem Rock-Image Minderwertigkeitskomplexe kompensiert?
Die meisten Rock-Musiker waren früher eher scheue Menschen mit sozialer Phobie. Also zogen sie sich zurück und wurden Künstler. Bei mir war es ähnlich, auch ich war früher ein ängstlicher Typ. Vor allem bei den Ladies!

Die hast du ja später nachgeholt. Erzähl von einem typischen Tourtag zu eurer Hochzeit Ende der Neunziger.
Stadt auschecken, Soundcheck um fünf, ein paar Stunden pennen, Show spielen und danach eine exzessive Party schmeißen, nach der du Sex im Bus, Hotel oder wo auch immer hast. Überall sind Drogen, Alkohol, Kokain - alles da. Und das geht dann Tag für Tag so weiter, manchmal jahrelang. Im Prinzip ist es ja heute noch so. Das kann dich in den Wahnsinn treiben – doch in einer Rock-Band kannst du diesem Lifestyle nur schwer widerstehen.

Dennoch behauptest du, dass du nie drogenabhängig warst.
Stimmt ja auch. Als Teenager habe ich alles durchexerziert: LSD, Hasch, Kokain. Doch als wir Monster Magnet gründeten, war ich damit durch – mir ging’s bei dieser Band eher um Sex und Rock’n’Roll statt um Drogen. Wenn ich mich zudröhne, verpasse ich ja auch das Beste im Bett!

Sex & Rock’n’Roll ist also kein Klischee bei euch?
Ursprünglich war das alles nur meiner Phantasie entsprungen: Ich schrieb es auf und sang darüber. Doch irgendwann wurde das Gesungene dann wahr: der Sex, die Drogen, alles. Ich erinnere mich, dass ich mal nach einer irrsinnigen Orgie mit mehreren Mädels im Hotelzimmer saß und dachte „Alter, vor fünf Jahren hast du nur darüber gesungen, und jetzt ist der Scheiß real!“

Wenn die Drogen nicht wichtig waren – warum dann euer Drogen-Image?
Wie gesagt, als Teenager waren Drogen mein Leben. Mit Monster Magnet wollte ich diesem Lifestyle, der mich stets fasziniert hat, huldigen. Die frühen Siebziger waren eine merkwürdige Zeit: Drogen waren nicht nur akzeptiert, sie wurden sogar von vielen Massenmedien befürwortet. Die Leute dachten, dass Drogen gesund sind – verrückt, oder? Die psychedelische Musik, die Biker-Movies, die Acid-Geschichte mit Timothy Leary – diese ganze Drogenkultur hatte in meiner Jugend großen Einfluss auf mich. Nicht die Drogen selbst, sondern die Wahrnehmung der Drogen.

Was denkst du über den Tod? Du hast ihm ja schon öfter ins Auge geblickt.
Ein paar Mal war ich im Prinzip schon hinüber, ja. Einmal hatte ich zu viel gesoffen und mir eine Lungenentzündung geholt, da wäre ich fast abgekratzt. Dann die Geschichte mit der Schlafmittelabhängigkeit: Auch ’ne ziemlich knappe Nummer. Aber bei meinem Lebensstil musst du dich über kurz oder lang mit dem Tod beschäftigen. Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder du akzeptierst, dass du sterben wirst, oder du ignorierst es. „Tod? Nein, danke!“


Heimat: zodiaclung.com


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