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Punk Spezial
Do it noch yourself!


Zwei Fragen an Renke Ehmke
(Zeitstrafe, Hamburg)

Wie sieht dein Büro aus?
Es gab nie ein Zeitstrafe-Büro. Ich habe das immer von zu Hause aus gemacht. Ist auch immer noch so.

Nach welchen Kriterien suchst du die Bands aus, die bei dir veröffentlichen?
Ich suche die Bands nicht aus. Ich habe mir ja nicht ausgesucht, dass Leute der American Tourists in die gleiche Kindergartengruppe wie ich gekommen sind, Matula einen Stadtteil weiter aufwuchsen oder Tobi von Antitainment in Frankfurt Konzerte mit ’Zeitstrafe’-Bands macht und man dann immer bei dem pennt. Natürlich merkt man, wenn man Leute kennenlernt, ob man sie und das, was sie machen, schätzt. Sofern dass der Fall ist, hat man auch Lust, etwas zusammen zu machen.

Bands auf ’Zeitstrafe’: Escapado, Tackleberry, Trip Fontaine (LP), Antitainment, Matula, Grand Griffon, Les Trucs, American Tourists



Eine Frage an Matze
(Aggressive Punk Produktionen, Fürth)

Was veranlasst Menschen wie euch, ein Plattenlabel zu gründen, in der weisen Voraussicht, damit wahrscheinlich kein Geld zu verdienen?

Keine Ahnung. Wir sind mit Deutsch-Punk aufgewachsen und lieben die alten Platten von Slime & Co. Wir hatten einfach Bock, selbst ein Label zu gründen, das sich ausschließlich mit dieser Musik beschäftigt. Auch mit der Absicht das Ganze wieder etwas aufzupolieren. Dass man mit Platten kaum noch Geld verdient, wussten wir schon durch die Arbeit bei anderen Labels. Nenn es Idealismus, Leidenschaft, Dummheit. Wir machen das so lange, wie wir Bock drauf haben - oder es sich halbwegs trägt.

Bands auf ’APP’: Rawside, Kotzreiz, Missbrauch



Zwei Fragen an Andreas Wildner
(Unterm Durchschnitt, Köln)

Welche Platte war die erste Veröffentlichung auf ’Unterm Durchschnitt’?
1999 kamen The Burning Leaves..? mit „Que Quiere Decir Eso?“. Die Band wurde von Musikern der heutigen Katzenstreik, Elyjah und Balboa Burnout gegründet. Wegweisend und total unbekannt. Die hatten einen so unglaublichen lyrischen Ausdruck gefunden, der für mich bis heute absolute Eigenständigkeit genießt. In der Punk-Hochburg Göttingen begann die Geschichte von Emo in Deutschland, und ’Unterm Durchschnitt’ war mittendrin.

Wie hältst du die Labelfamilie zusammen?
Eigene Projekte wie die Initiative „I Can‘t Relax In Deutschland“ haben meinem Label ein eigenständiges Profil gegeben. Das steht für sich selbst, denke ich. Es gibt keine Partyreihe, keinerlei Merchandise und auch keine anderen Ablenkungsmanöver. Meine Visitenkarte sind die Künstler selbst. Ihre Solidarität untereinander und ihre Präsenz über die Grenzen des Landes hinaus verleiht ’Unterm Durchschnitt’ Lebendigkeit.

Bands auf ’Unterm Durchschnitt’: Mikrokosmos23, Adolar, Captain Planet, Katzenstreik, The Town Of Machine, Jet Black, Peters.


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