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Rock'n'Roll Reiseführer
DEUTSCHLAND FÜR PUNKS und solche, die es werden wollen
In unserem heutigen Reiseführer tauchen wir ab in den verbarrikadierten Untergrund, wenn wir mit unseren Kumpels von Turbostaat, Antitainment, Kotzreiz, Oiro, Kassierer, Pascow, Adolar und Mikrokosmos23 von Flensburg über Hanau bis nach Gimbweiler reisen. Es geht doch nichts über einen guten Abend unter Freunden, am besten hier oder an anderen geheimen Orten (aber nicht weitersagen):
Marten
(Turbostaat, Flensburg):
Das „Volxbad Flensburg“ (Schiffbrücke 67) ist unser "Heimatladen" wenn man so etwas sagen darf. Vom Türsteher bis zum Booker sind es alles super Typen und die Bands die derbsten. Außerdem machen sie den einzig trinkbaren Mexikaner in Deutschland. Auch der „Hafermarkt“ (Am Hafermarkt) als ehemals besetztes Haus macht gute Konzerte für wenig Geld. Ich habe da schon Gorilla Angreb, Tomte, Vorkriegsjugend und so weiter gesehen. Und das Bier ist billig!
Alex
(Pascow, Saarbrücken):
Bei uns im Saarland gibt es mit Saarbrücken ja nur eine große Stadt, und dort auch nur den „Karateclub Meier“, eine kleine Eckkneipe, die von Spermbirds- und Steakknife-Sänger Lee Hollis betrieben wird. Es hat schon was, von dem sein Bier zu kriegen. Kulinarisches Highlight ist der Imbiss „Mc Müller“ in St. Wendel. Ein Paradies für Fleischesser, es gibt aber Angebote für Vegetarier.
Matze
(Antitainment, Hanau):
Seit der Besetzung im Jahr 1986 zeigt sich der Betonklotz „Alternatives Kulturzentrum Metzgerstrasse“ in Hanau äußerlich von seiner hässlichen Seite. Einmal eingetreten lädt der Laden jedoch zum gemütlichen Verweilen ein. Zudem schafft es die örtliche Konzertgruppe im Saal einen fantastischen Sound zu zaubern. Nichtraucher haben es hier schwer.
Jonny
(Oiro, Düsseldorf):
In Düsseldorf gibt es viel selbstbestimmtes Leben in kleinen Vereinen, Nischen und Kellern. Es gibt so gut wie kein kommerzielles Punk-Kneipen-Angebot. Läden wie Pretty Vacant, Pitcher, Stone im Ratinger Hof haben nichts mit Subkultur zu tun. Hier laufen Feierangebote. Das können wir nicht empfehlen. Im „Linken Zentrum“ (Corneliusstr. 10) finden seit 2001 regelmäßig politische und kulturelle Veranstaltungen statt. Von Oma Hans bis Café Bunte Bilder. Wegen der netten Nachbarn sind Konzerte früh zu Ende. In der „Metzgerei Schnitzel“ (Bilker Allee 233) wird mit unkommerzieller und kritischer Haltung gegenüber dem öffentlichen Kulturbetrieb veranstaltet. Treffpunkt für Gleichgesinnte, womit nicht nur die Musikrichtung gemeint ist!
Frank Mertens
(Adolar, Sachsen-Anhalt):
Im „Zenit“ (Johannes Kepler Str.) in Stendal muss man auf jeden Fall mal gewesen sein. Ist zwar abgeranzt, aber hier gibt es oft gute Konzerte und Partys. Punkrock eben! Das „Miami“ in Stendal hingegen sollte man eher meiden, da ist mehr so Techno & Trance angesagt. Unser bestes Konzert in Magdeburg hatten wir im „Blow Up“ (Otto- v. Guericke Str. 60), zusammen mit Captain Planet. Das war so ein guter Abend, es war voll, heiß und emotional intensiv.
Wölfi
(Kassierer, Wattenscheid):
Ich empfehle den Bahnhof Wattenscheid (Fritz-Reuter-Straße 23). Eine gute Möglichkeit, die Stadt mit dem Nah- oder Fernverkehr zu verlassen, um irgendwo anders einen guten Laden zu finden. Ich hoffe, mit dieser Information geholfen zu haben.
Tom Pätschke
(Mikrokosmos23, Sachsen):
Wenn man alt genug ist, sollte man zum Beispiel nach Dresden umziehen. Das „AZ Conni“ (Rudolf-Leonhard-Str. 39) ist Garant dafür, dass Leute sich DIY-mäßig hinsetzen und gute Konzerte veranstalten. Und sonst sind Proberaumshows in Dresden auch immer ’ne gute Sache.
Bronco Kotze
(Kotzreiz, Berlin):
Der „Fischladen“ in der Rigaerstraße (Berlin-Friedrichshain) ist ein netter Laden mit billigem Bier. Jeden Dienstag kochen Kumpels von uns dort vegane Schnitzel oder Soja-Chicken-Nuggets, im Sommer auch mal mit Open-Air-Grill. Es gibt einen Billardtisch und Klos! Empfehlen kann man auch den wundervollen „Ostkreuzpark“, eine riesengroße Sitz-/Steh/Sauf-/Rauchwiese, die im Sommer täglich bewässert wird. Außerdem ein beliebter Treffpunk der Friedrichshainer Hipster-Szene. Tischtennis, Fußball, Basketball, Trampolin, Schaukel, Kinderspielplatz oder Mülleimer!
Alle Texte: Timo Richard, Sarah Gulinski, Flo Hayler
Heimat: escapado.com, pascow.de, myspace.com/mikrokosmos, adolarband.de, turbostaat.de , mofapunks.de, kassierer.com , antitainment.org, myspace.com/kotzreizberlin
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